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Sonntag, 21. Juni 2009

Ja sagen - Nein tun?

Heute erlebe ich einen genialen tiefgehenden (traditionellen) Gottesdienst, ganz ohne Lobpreis und neuen Effekten, aber mit extrem ansprechendem und herausfordertem Inhalt....

Lukas 14, 15-24 war das Thema der Predigt
Wenn du kirchlich sozialisiert bist, dann kennst du die Geschichte vom "großen Abendmahl Gottes", zu dem viele Ehrengäste eingeladen sind, aber keiner Zeit hat...

Aber ist dir schon mal aufgefallen, dass es ZWEI Einladungen gab. Die erste Einladung und die Abholung zum Fest? Was war deine erste Einladung? Wann hast du beschlossen Christ zu werden? Deine Konfirmation, eine Freizeit mit der CVJM-Jugendgruppe, ein Alph akurs? Wann hast zu einem Leben als Christ zugesagt?

...und die Zeit vergeht...

.. und plötzlich passiert es, dass du diese erste Einladung verlegt hast, dass dir das Christsein aus der Hand geglitten ist, dass du ein ganz normales Leben führst: Ja du bist kirchlich engagiert. Du bist noch CVJMer. Du hast noch deine Werte. ABER du lebst angepasst, brav und ohne wirkliche Leidenschaft für Jesus. Du hast JA zu Jesus gesagt, aber sagst NEIN, wenn es um dein alltäglichen Leben aus der Beziehung mit Jesus geht.

Gründe für dieses JA sagen -NEIN Leben sind z.B. die uneingeschränkte Fokusierung auf den Besitz, Haus und Einkommen (Acker).
Gründe für diesen JA sagen - NEIN leben sind z.B. die uneingeschränkte Fokusierung auf Erfolg, Arbeiten und Karriere (Ochsen). Was hat Priorität 1?
Gründe für dieses JA sagen - NEIN leben sind z.B. auch der Rückzug in den Kuschelraum der Beziehung und Familie (Heirat)....

Sicher gibt es noch mehr Bereiche, wo wir eigentlich JA zu einem Leben mit Jesus sagen aber mit einem NEIN im Alltag leben. Wir haben unsere Prioritäten selbst gewählt, obwohl wir eigentlich wissen, dass wir zu einem Leben in der Gegenwart und im Vertrauen zu Jesus berufen sind.

Noch ist es nicht zu spät. Wir christlich sozialiserten Menschen haben die erste Einladung noch auf dem Schreibtisch, wir können uns jetzt entscheiden, ob wir zu einem lebendigen Leben am Tisch Gottes bereit sind. Ein Leben in dessen Gegenwart macht uns wirklich lebendig....

Und ihr wisst ja:
"Frag dich nicht, was die Menschen von dir erwarten. Frage dich danach, was dich lebendig macht, denn die Welt braucht nicht mehr, als Menschen die lebendig geworden sind" (John Eldrege)

Sonntag, 1. Februar 2009

Raus aus dem "Alltal"

Es ist schon faszinierend, wie Gott immer wieder das für mich bereit hält, was ich gerade brauche. Auch heute war es wieder so. Nach einigem Hin und Her haben wir es noch einigermaßen pünktlich in den Gottesdienst geschafft. Wir alle! Mattis war zum ersten Mal in der Kinderbetreuung und die zwei Großen im Kindergottesdienst.

Let's make a long story short!
Die Predigt ging über Matthäus 17, 1-9: Jesus stieg mit drei seiner Jünger auf einen Berg ("um zu Beten" wie es im Lukas heisst), der später als der Verklärung bekannt wird.... Dort haben Sie ein Erlebnis, das mit menschlicher Logik nicht erklärbar ist, sondern das einen Blick in Gottes Wirklichkeit lässt.
Mich hat diese Predigt wieder neu ermutigt:
  1. Geh auf den Berg
    Jesus tat es oft, viele andere Menschen der Bibel taten es oft: Sie sind rausgegangen aus dem "Alltal" den drüben Niederungen des Alltags und sind aufgebrochen auf einen Berg zur "stillen Einkehr" . Denn nur mit der Kraft Jesu können wir einen Gegenentwurf zum Alltagstrott leben. Und diese Kraft erhalten wir in der Stille. Für Jesus war es eine regelmäßige Gewohnheit, dass er die Stille, die Begegnung mit seinem Vater suchte. Wie kann hier meine Gewohnheit aussehen?
  2. Oben wird dir klar, was zählt
    Nur in der Gegenwart Gottes ist es möglich, dass wir über unsere alltägliche Vernunft hinwegblicken auf Gottes großes Ganzes. Nur in seiner Gegegenwart ist es möglich die Zusammenhänge seines Wirkens von Mose über Elia bis zu uns zu entdecken. über dem allem steht die Zusammenfassung: "Jesus allein" genügt.
  3. Geh wieder hinunter ins Tal
    Oben war es gut. So gut, dass Petrus am gernsten Hütten gebaut hätte. Religöse Heiligtümer und sich dann darum gemütlich einrichten.... Aber Jesus hat einen anderen Auftrag: Er möchte, dass wir wieder hinab gehen ist Tal unseres Alltages. Dass wir wieder dahin gehen, wo wir hingestellt sind. Und das Beste: Jesus will nicht in einem frommen (Gedanken)Gebäude leben, sondern er möchte in uns Wohnung nehmen.
Ich will mir neu zur Gewohnheit machen, daß ich feste Zeiten der Stille habe, um durchzustarten im "Alltal", dem Tal unseres Alltages

Sonntag, 16. Dezember 2007

Sonntagspredigt - 3. Advent

Eigentlich bin ich heute morgen in den Gottesdienst geschlappt, ohne dass ich größere Erwartungen gehabt hätte. Kaum bin ich gesessen und schon wurde ich mit Pauken und Trompeten empfangen, denn schliesslich war heute "Bläsergottesdient". Und wenn unser Posaunenchor in voller Wucht loslegt... Das erzeugt schon Gänsehaut-Feeling, auch wenn man sonst eher auf Lobpreis steht....

Aber ich wollte ja eigentlich über die Predigt berichten (Offenbarung 3,4-6). Nicht gerade ein Text für einen Festgottesdienst. Steile Worte die man da so liest:
... Man sagt von euch, daß ihr eine lebendige Gemeinde seid. Aber in Wirklichkeit seid ihr tot....
Ich bin froh darüber, dass bei der Predigt die Spannung ausgehalten wurde zwischen lebendigem Festgottesdienst mit tollem musikalischem Rahmen und dem vorgegebenen "Gerichtstext". Ich bin froh, dass die Pfarrerin den Mut hatte auch ganz offen uns als Gemeinde und als CVJM zu fragen, wo unser Ruf sehr lebendig ist, aber die innere Wirklichkeit etwas anders aussieht.

Folgende Punkte sind mir besonders hängen geblieben:
  • Hast du denn ganz vergessen, wie du Gottes Wort gehört und aufgenommen hast? (V3) Wie war? Wie leicht vergesse ich es, wie Gott wirklich in mein Leben getreten ist. Wie schnell sehe ich auf Andere und beurteile deren Glaubensleben. Hast DU! ist die Frage. Es geht um "Back to the roots" wieder an die Quelle gehen, ... meine Bibel fällt mir ein, die manchmal mich ganz schon einsam anschaut, wenn ich nur noch schnell zur Losung greife... Lieber eine CD reinschieben, als den Gottesdienst besuchen, weil da ja die Lieder so "altbacken" sind. Jesus sagt "zurück zu DEINEN Anfängen im Glauben!" Es gibt nicht um Mainstream, sondern um eine persönliche Beziehung zu einem persönlichen Gott. Es ist nicht zu spät damit zu beginnen.
  • In Vers 4 wird davon gesprochen was uns Christen bedroht: Es ist der Schmutz dieser Welt.Ich will mich neu fragen lassen, wo meine "Schmutzfecken" sind. Die Stellen der Überheblichkeit, der Selbstlüge, der faulen Kompromisse und der Sünde.... Einigen wird dieser Schmutz nichts anhaben können. Mit der Kraft Gottes will ich hier wachsen und weiterkommen.
  • Wer durchhält und das Böse besiegt, der wird solch ein weißes Kleid tragen. Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen. (Vers 5). Es geht um's Durchhalten, es geht um Ausdauer und um Hingabe.... Wenn wir dies aus eigener Kraft versuchen, dann schliesst sich der Kreis zum ersten Vers, viele werden zwar glauben, dass wir lebendig sind, aber in Gottes Augen sind wir tot. Wenn wir aber mit Jesus unser Leben gestalten, oder besser gesagt von Jesus gestalten lassen, dann wird es möglich und man wird dies an uns Christen erkennen können. Und auch eine Gemeinde und auch ein CVJM wird dies ganz neu aufstrahlen lassen.
Ich wünsche mir, ich wünsche dir, dass gerade dieser Brief an Sardes zu einem Anstoss wird, der wieder neu Licht bringt in unser Leben. Ein Licht, das weit über Weihnachten hinaus sichtbar ist.

Montag, 17. September 2007

Sonntagspredigt - Löwenzahnglaube

Ich wünschte mir so sehr, dass mein Glaube stark und mächtig wär...

So oder so ähnlich reimen wahrscheinlich viele von uns.
Am Sonntag wurde mir im Gottesdienst eine etwas andere Art des Glaubens vorgestellt.

Der Löwenzahnglaube (von mir frei nach Luk. 17, 5+6):
Unweigerlich ist mir bei der Predigt über das Senfkorn die Sendung "Löwenzahn" eingefallen. Der Vorspann zeigt in gewaltiger Weise, was Jesus meinte als er sagte "Hättet ihr nur den Glauben eines Senfkorns"

Ganze Städte werden verändert. Menschen und Situationen, die scheinbar unumstößlich fest verwurzelt sind in festgefahrene, haßerfüllte und zerstörende Bedingungen können durch die explosive Kraft des Evangeliums und der Hingabe an Jesus verändert werden.

Die Jünger fragen bei Jesus nach einem "Doping-Mittel des Glauben" (schneller Power, tolle Events und viel Glaubenskraft auf Vorrat tanken), Jesus gab ihnen den Weg des fortwährenden Bleibens an seiner Quelle.

Stell dir vor, was passiert, wenn wir den Glauben eines Löwenzahn-Samens hätten. Wie würde sich deine Stadt wohl verändern ?

Montag, 10. September 2007

Jakob neu entdeckt - Sonntagspredigt

Sonntag Morgen! 9:30 Uhr! Gottesdienst! Alte Gesangbuchlieder! Müdigkeit! ....

Doch plötzlich bei der Predigt (Danke Esther) habe ich einen Mann entdeckt:
  • ein Gesegneter
  • ein Schitzohr
  • ein Macher
  • ein Betrüber
  • ein Betrogener
  • ein Entdecker
  • ein Sieger
  • ein Kämpfer
  • ein "wilder Mann"
Ich will hier im 1. Buch Mose nochmal die Fährte von Jakob aufnehmen, denn ich glaube er erlebte Dinge, die auch viele von uns Männern des 21. Jahrhundert bestens bekannt sind.

Ich will euch an meinen Entdeckungen teilhaben lassen - schaut einfach wieder rein.

Sonntag, 2. September 2007

Krankheit - Sonntagspredigt 2

Mir hängt immer noch die Predigt von letzten Sonntag nach.
Ein Gedanke zum Text aus Johannes 1 war: Menschen zuerst als Menschen sehen.

Im weiteren Verlauf der Abschnitts wird über Krankheit (hier Blindheit) gesprochen. Dabei wurde mir noch nie so deutlich, welche Ausprägungen von Krankheit es haben kann:

  1. Krankheit durch Sünde
    Jesus sagt hier klar: "bei diesem Fall ist dies nicht die Ursache", aber die Bibel stellt schon einen Zusammenhang her. Sündhafte Lebensgestaltung, man denke z.B. an unverantwortlicher Umgang mit Drogen, Alkohol oder auch andere negative Lebensumstände führen oft und unmittelbar zu Krankheit. Aber nicht nur im körperlichen, sondern gerade auch im seelischen Bereich hat eine von Gott losgelöste Lebensgestaltung manchmal direkte Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

  2. Krankheit zu Glaubenstärkung
    Die Bibel kennt Beispiele (z.B. Hiob) in denen Gott Menschen ein Leiden oder eine Krankheit zumutet, um dadurch eine Bewährung ihres Glaubens zu bewirken. In der Situation selbst ist es für den Gläubigen dabei manchmal unverständlich, aber im Rückblick stellt er dann fest, dass gerade diese Zeit ihn im Glauben weitergebracht hat. Mir fällt da z.B. die Krankheit von Jani ein. Die Ärzte tippten auf "Hyper IGD-Syntrom". Wir erlebten damals, wie hilfreich und ermutigend das Gebet (vorallem der Freunde) sein kann. Wie wir neu der Gegenwart Gottes bewusst wurden.

  3. Krankheit einfach so
    Wir müssen manchmal einfach auch der Tatsache ins Auge sehen, dass wir in einer Welt ausserhalb des Paradieses leben. In dieser Umgebung gehört Krankheit einfach zum Menschsein. Es gibt keine Erklärung, warum jemand jetzt so schlimm erkrankt. Seine Lebensgestaltung ist vorbildlich, die Ärzte können keinen Grund für diese Erkrankung nennen. Wir werden krank, weil dies zum Menschsein einfach dazu gehört.

  4. Krankheit für Gottes Wunder
    Glauben wir in unserer heutigen Zeit noch an Wunder? Jesus hat oft Wunder getan. Seine Jünger haben oft Wunder getan. Jesus hat seinen Nachfolgern verheissen, dass sie Wunder tun können. Wir in unserer westlichen Welt mit den vielen wunderbaren Möglichkeiten der Medizin können diese Errungenschaften der Wissenschaft ganz ausschöpfen, aber darüber hinaus ist es Gott auch heute noch möglich Wunder zu tun. Wir sind aufgerufen um Heilung zu beten. Wir haben die Verheissung, das Glaubensgeschwister für Heilung über einem Kranken beten und wir können auch wieder alte Bräuche wie die Ölung von Kranken (siehe Jakobus 5) praktizieren.
Mich hat diese Predigt die ganze Woche begleitet. Ich weiss nicht warum, aber der Gedanke dass Krankheit mehr ist, als nur eine Störung des Normalzustandes (was ist schon normal) ist mir deutlich geworden. Ich glaube ein Gemeinde wächst dann, wenn
  • die Not von Krankheit wieder ernst genommen wird und eingebunden ist in das alltägliche Gemeindeleben.
  • wir wieder sensibel werden für die eigne körperliche und seelische Gesundheit.
  • wir an den Leiden unserer Mitchristen mitleiden, denn schliesslich sind wir als Gemeinde "ein Körper".
  • wenn wir die Verheissungen, des Gebets, des Krankenbesuchs und des Wunders in unseren Umgang mit Krankheit einbeziehen.
Jakobus 5 fasst alles schön zusammen:

Gebet für die Kranken
13 Leidet jemand unter euch? Dann soll er beten! Wem es aber gutgeht und wer Grund zur Freude hat, der soll Gott Loblieder singen. 14 Wenn jemand von euch krank ist, soll er die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen, damit sie für ihn beten, ihn im Namen des Herrn segnen und ihn mit Öl salben. 15 Wenn sie im festen Vertrauen beten, wird Gott den Kranken heilen. Er wird ihn aufrichten und ihm vergeben, wenn er gesündigt hat. 16 Darum sollt ihr einander eure Sünden bekennen und füreinander beten, damit ihr geheilt werdet. Denn das Gebet eines Menschen, der unbeirrt glaubt,4 hat große Kraft. 17 Elia war ein Mensch wie wir, und doch erreichte er durch sein Gebet, daß es drei Jahre und sechs Monate nicht regnete. 18 Dann betete er um Regen. Da regnete es, und alles Land wurde grün und brachte wieder seine Früchte.5 19 Liebe Brüder! Wenn einer von euch vom rechten Weg abkommt und Gottes Wahrheit nicht mehr erkennt, dann sollt ihr ihn wieder auf den rechten Weg zurückbringen. 20 Ihr müßt nämlich wissen: Wer einen Sünder von seinem falschen Weg abbringt, der hat diesen Menschen vor dem sicheren Verderben gerettet, denn Gott hat ihm seine Sünden vergeben.

Sonntag, 26. August 2007

"Und Jesus sah den Mann" - Sonntagspredigt 1

Was für ein Satz. Was für eine Aussage hatte mich da heute früh im Gottesdienst aus Johannes 9 getroffen.

Jesus sah nicht zuerst den Blinden, den Armen, den Bettler, den Hartz 4 Empfänger, den Mitarbeiter, den Akademiker, den Besserverdiener, den.... den wo wir oft gleich sehen, wenn wir Jemanden sehen. Nein - Jesus sieht zuerst den Menschen!

Übrigens. So hat die CVJM Arbeit in London mit George Williams auch angefangen. George hat zuerst die Jungen Männer, die in London versucht haben ihre Ausbildung zu meistern. Er hat zuerst die Gestrandeten in den Kneipen gesehen. Nicht die Probleme, sondern die Männer!

Jesus war berührt von einem Menschen, nicht zu aller erst von seinen Gaben oder von seiner Art oder seinen Problemen. Jesus lässt Menschen an sein Herz ran. An anderer Stelle heisst es: "Es jammerte ihn, als er die Menschen sah".

Ich will für mich hier neu lernen, dass es zuerst um einen "Menschenblick" geht. Ich muss mein Herz weit aufmachen, um die Person, die Persönlichkeit, um das Ebenbild Gottes in meinen Gegenübern zu entdecken.

Wie wäre es, wenn sich die ganze Gemeinde Jesu wieder neu aufmachen würde um Menschen zu sehen, sie Ernst zu nehmen - und dann erst den zweiten Schritt zu gehen. Ich glaube, dann wären unsere CVJMs und Gemeinden an vielen Stellen viel missionarischer und wirksamer, wie wir uns vorstellen könnten.