Sonntag, 16. Dezember 2007

Sonntagspredigt - 3. Advent

Eigentlich bin ich heute morgen in den Gottesdienst geschlappt, ohne dass ich größere Erwartungen gehabt hätte. Kaum bin ich gesessen und schon wurde ich mit Pauken und Trompeten empfangen, denn schliesslich war heute "Bläsergottesdient". Und wenn unser Posaunenchor in voller Wucht loslegt... Das erzeugt schon Gänsehaut-Feeling, auch wenn man sonst eher auf Lobpreis steht....

Aber ich wollte ja eigentlich über die Predigt berichten (Offenbarung 3,4-6). Nicht gerade ein Text für einen Festgottesdienst. Steile Worte die man da so liest:
... Man sagt von euch, daß ihr eine lebendige Gemeinde seid. Aber in Wirklichkeit seid ihr tot....
Ich bin froh darüber, dass bei der Predigt die Spannung ausgehalten wurde zwischen lebendigem Festgottesdienst mit tollem musikalischem Rahmen und dem vorgegebenen "Gerichtstext". Ich bin froh, dass die Pfarrerin den Mut hatte auch ganz offen uns als Gemeinde und als CVJM zu fragen, wo unser Ruf sehr lebendig ist, aber die innere Wirklichkeit etwas anders aussieht.

Folgende Punkte sind mir besonders hängen geblieben:
  • Hast du denn ganz vergessen, wie du Gottes Wort gehört und aufgenommen hast? (V3) Wie war? Wie leicht vergesse ich es, wie Gott wirklich in mein Leben getreten ist. Wie schnell sehe ich auf Andere und beurteile deren Glaubensleben. Hast DU! ist die Frage. Es geht um "Back to the roots" wieder an die Quelle gehen, ... meine Bibel fällt mir ein, die manchmal mich ganz schon einsam anschaut, wenn ich nur noch schnell zur Losung greife... Lieber eine CD reinschieben, als den Gottesdienst besuchen, weil da ja die Lieder so "altbacken" sind. Jesus sagt "zurück zu DEINEN Anfängen im Glauben!" Es gibt nicht um Mainstream, sondern um eine persönliche Beziehung zu einem persönlichen Gott. Es ist nicht zu spät damit zu beginnen.
  • In Vers 4 wird davon gesprochen was uns Christen bedroht: Es ist der Schmutz dieser Welt.Ich will mich neu fragen lassen, wo meine "Schmutzfecken" sind. Die Stellen der Überheblichkeit, der Selbstlüge, der faulen Kompromisse und der Sünde.... Einigen wird dieser Schmutz nichts anhaben können. Mit der Kraft Gottes will ich hier wachsen und weiterkommen.
  • Wer durchhält und das Böse besiegt, der wird solch ein weißes Kleid tragen. Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen. (Vers 5). Es geht um's Durchhalten, es geht um Ausdauer und um Hingabe.... Wenn wir dies aus eigener Kraft versuchen, dann schliesst sich der Kreis zum ersten Vers, viele werden zwar glauben, dass wir lebendig sind, aber in Gottes Augen sind wir tot. Wenn wir aber mit Jesus unser Leben gestalten, oder besser gesagt von Jesus gestalten lassen, dann wird es möglich und man wird dies an uns Christen erkennen können. Und auch eine Gemeinde und auch ein CVJM wird dies ganz neu aufstrahlen lassen.
Ich wünsche mir, ich wünsche dir, dass gerade dieser Brief an Sardes zu einem Anstoss wird, der wieder neu Licht bringt in unser Leben. Ein Licht, das weit über Weihnachten hinaus sichtbar ist.

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