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Samstag, 8. Dezember 2007

Stürmische Nacht

Ja, draußen hat es gestern Nacht auch gestürmt, aber das meine ich nicht. Ich bin spät von einer Sitzung heimgekommen und das Haus war noch erleuchtet und erfüllt mit Baby-Weinen. Herzzerreißend hat Mattis gewimmert sobald man ihn hinlegen wollte. Nichts hat geholfen, selbst Paracetamol blieb praktisch wirkungslos. Es half nur rumtragen und im Arm wiegen...

Ich war heute morgen total fertig! Nicht wegen der schlaflosen Nacht, sondern wegen dem Schmerz den ich mitfühlte, und der Hilflosigkeit, und der Angst, die mich beschlich... Es war wie eine Nacht im Sturm auf dem Meer.

Just heute Morgen stand in der Bibellese von Beate: "Seid getrost, ich bin's. Fürchtet euch nicht." (Mat. 14, 22-27). Wie befreiend und ermutigend ist diese Botschaft von Jesus. Warum vergesse ich das nur immer wieder.
Egal was kommt: Wir können als Christen getrost und furchtlos durchs Leben gehen. Wollen wir das endlich oder ganz neu HEUTE anpacken? Ich wünsche mir und dir den Mut eines Petrus!

P.S. Mattis hat eine starke Ohrenentzündung - Gott wird durch Medikamente helfen. DANKE.

(Foto: Pixelio.de)

Freitag, 14. September 2007

Geweint vor Glück

Freitag abend! Ich zappen noch ein Bischen rum... und bleibe komischerweise auf SpiegelTV hängen:

Willkommen im Leben!
heißt die Doku. Es wird einfach nur über verschiedene Geburten und die Erlebnisse der Kinder, Eltern und des Klinikpersonals berichtet.

Ich weiss nicht warum, aber plötzlich haben mich die Szenen so gefesselt, erst vier Wochen ist es her, dass Mattis nun bei uns ist. Ein tolles Geschenk und ein wunderbares Erlebnis wurde wieder präsent!

Ich kann es nur mit Pur sagen, was dann passiert ist...

Mittwoch, 29. August 2007

Einer von Vielen?

Nun ist Mattis schon 2 Wochen auf der Welt. Wir staunen noch jeden Tag über dieses Wunder...

Stunden könnte man damit verbringen nur zu beobachten und über Grimassen zu lachen und auf Laute zu hören. Besonders Jan-Lukas ist hin und weg - ganz gerührt blickt er in den Stubenwagen. Für Naomi ist Mattis dagegen eine ganz praktische Sache wie sie ihre Zuneigung ausdrücken kann: Sie will versorgen und mithelfen, trösten und tragen, wickeln und anziehen....

Neulich bin ich auf eine besondere Weltuhr gestoßen. Unglaublich, was alles im Moment auf dieser Erde passiert. Viele (wahrscheinlich auch der Autor dieser Weltuhr-Seite) ordnen dies evolutionären Zufällen zu.

Einen Schritt weiter geht dann ein Angebot in der Schweiz. Hier hat man die Möglichkeit, dass man von sich verschiedene Merkmale in ein Programm eingibt und man dann einen unverwechselbaren Barcode (wie im Supermarkt) bekommt.
Ein Mensch wird reduziert auf einen Aufkleber von einem Quadratzentimeter.

Ich bin beim Anblick von Mattis ganz sicher, dass es keine Zufälle gibt. Nur Gott ist es möglich, dass ein solches Wunder entsteht. Die erwähnte Weltuhr zeugt von vielen solcher Wunder (leider auch von vielen Schicksalen unserer gefallenen Welt).

Das Beste daran ist, dass wir auch nach unserer Geburt nicht zu einer unpersönlichen ID gewandelt werden, sondern dass wir ein Kind Gottes sind. Ein Kind des Schöpfers ist eine Persönlichkeit mit individuellem Namen in der Gegenwart Gottes und nicht nur eine Barcode-ID.

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat,...: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43,1)


Diese Tatsache ist einfach genial, denn sie befreit von den unwichtigen vermeintlichen Wichtigkeiten unser modernen Gesellschaft. Wir brauchen nicht wie neulich in Australien geschehen bereit ein Internet-Profil (Facebook) für ein Baby anlegen, das erst in ein paar Monaten auf die Welt kommt. Ich brauche nicht dafür sorgen, dass bereits jetzt unser Mattis gute Kontakte knüpft und ein FaceBook besitzt, denn er ist bereits jetzt eine absoluter VIP bei seinem Vater im Himmel.

„Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Leben war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann.“ (Psalm 139,16)


Was hier für so kleine Kinder oft leicht mit einem Kopfnicken bestätigen wird gilt übrigens auch für uns Erwachene. Es ist an der Zeit, dass diese Tatsache neu entdecken und leben.

Montag, 20. August 2007

Endlich zuhause!

Endlich hat das Warten ein Ende. Wir drei daheim Gebliebenen dürfen Mattis und Beate im Krankenhaus abholen.
Welch eine Freude, als die Schwestern dann trotz erhöhtem Gelbsuchtwert das OK für die Heimreise gibt.

Jetzt sind wir eine ganze größe Familie. Euch allen wollen wir ganz herzlich danken für alles mitbeten, für die lieben Grüße per Post, email und Gruß in die Klinik.
Jetzt freuen wir uns auf das Einleben hier im Blockhaus. Vielleicht habt ihr ja Lust mal kurz vorbei zu schauen. Ihr wisst ja: Kurz anrufen und dann ist das kein Problem.

Mittwoch, 15. August 2007

Mattis, Besucherströme und Langeweile


Heute geht es unseren Beiden schon richtig gut. Mutter und Baby gewöhnen sich an einander, und auch die Schmerzen von der OP gehen zurück.

Übrigens: Auch Naomi hat sich mit "ihrem" Mattis jetzt ganz toll angefreundet, was ja nicht ganz selbstverständlich war.

Heute abend haben alle das gemeinsame Abendessen und die Zeit als "große Familie" richtig genossen.

Langeweile ist noch keine aufgekommen im Zimmer 212, aber Beate geht es schon so gut, dass sie heute fast enttäuscht war, dass nur EIN Besuch da war.
Dies ist allerdings nicht selbstverständlich. Sehr leicht werden die frischen Mütter von allerlei Bekannten, möchtegern nah Verwandten und sonstigen wichtigen Leuten überrannt (worüber so manche Wöchnerin ein Lied singen kann). Da strömen die Besucher und selbst wenn der Kreislauf der jungen Mutter schwächelt gibt es scheinbar keinen Grund zu gehen....

Deshalb ist nach wie vor die alte Hebammenweisheit gültig: Bei Papa fragen, ob es passt und dann eher kurz und lieb als lang und lästig....

Dienstag, 14. August 2007

Ein Köcher voller Pfeile

So im Lauf des Tages ist mir bewussst geworden, welches riesiges Geschenk wir mit unseren Kindern bekommen haben. Was mich nachdenklich stimmt ist, dass unsere Gesellschaft und auch oft wir Christen hier auch oft uns blenden lassen von den gesellschaftlichen Forderungen unserer Zeit.

Mir ist Psalm 127 wichtig geworden:

An Gottes Segen ist alles gelegen!
1 Ein Lied Salomos für Festbesucher, die nach Jerusalem hinaufziehen. Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann ist alle Mühe der Bauleute umsonst. Wenn der Herr nicht die Stadt bewacht, dann wachen die Wächter vergeblich. 2 Ihr steht frühmorgens auf und gönnt euch erst spät am Abend Ruhe, um das sauer verdiente Brot zu essen. Doch ohne Gottes Segen ist alles umsonst! Denn Gott gibt denen, die ihn lieben, alles Nötige im Schlaf! 3 Auch Kinder sind ein Geschenk des Herrn; wer sie bekommt, wird damit reich belohnt.
4 Die Söhne eines jungen Mannes sind wie Pfeile in der Hand eines Kriegers. 5 Wer viele solcher Pfeile in seinem Köcher hat, der ist glücklich zu nennen! Seine Söhne werden ihm Recht verschaffen, wenn seine Feinde ihn vor Gericht anklagen.


Ich möchte dankbar sein, für die Söhne UND die Tochter, die uns der Herr geschenkt hat. Mein Gebet soll sein: "Herr zeige du mir die richtigen Ziele und Priotritäten, dass nicht alles Bemühen (auch bei der Erziehung der Kinder) vergeblich war. Hab Dank für deine Gnade und Güte".

Erstes Kennenlernen

Es war ja schon spannend, was die anderen Beiden zu ihrem neuen Geschwisterchen sagen würden.

Am Telefon kommentierte Jan-Lukas: "JA!!!!! Ein Junge!!!!!!!!!!"
Aber Naomi weinte weil es kein Mädchen wäre......

Aber jetzt waren wir in der Klinik und siehe da. Alle freuen sich an ihrem neuen Bruder. Und keiner will ihn wieder hergeben auch wenn es "nur ein Junge ist!".

Mattis ist da!!!

Geschafft !
Um 9:22 Uhr erblickt unser Mattis mit 3270 Gramm und 53 cm das Licht der Welt.
Wir sind überglücklich und sehr dankbar für dieses wunderbare "Geschenk Gottes" (Bedeutung von Mattis). Bald könnt ihr Mattis auch in der Babygalerie ansehen.

Ein spannender Vormittag geht zu Ende. Beate war schon über Nacht zur Vorbereitung in derKlinik. Für mich ging es gegen 8:00 Uhr los: Vorbereitung für den OP (Grüne Kleidung, Desinfektion,...) wie im Film. Beate wurde auch schon vorbereitet. Sie verwechselte mich sogar mit einem Arzt ;-)

Dann ging der "Sanfte Kaiserschnitt" ganz schnell und Mattis war da und wurde somit aus seiner misslichen "Beckenendlage" befreit. Hier ein dickes Lob an Dr. Mecner und sein Team und an die lieben Hebammen.

Am Anfang sah er etwas "verdrückt" aus.
Aber das gibt sich, wie man sieht.
Wir sind froh und dankbar an Gott unseren Vater, der aus so schön beschenkt und uns diesen Sonnenschein gegeben hat. Übrigens: Wir sind super froh, dass wir uns für den Kaiserschnitt entschieden haben, denn Alle sagten nachher, dass unser "Großer" richtig fest eingeklemmt war und so keine Chance für eine 'äußere Wendung' bestanden hätte. So sind wir dankbar über die bestehenden Möglichkeiten und froh über ein super OP-Team.

P.S: Auch ganz besondes Stolz sind wir auf Mama und rennen jetzt alle mit diesem Aufdruck auf den T-Shirts rum.