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Sonntag, 5. Juli 2009

Junge Leute, Beamer, alte Kirche - und nun?

Wie ich schon berichtet hatte gibt es bei uns gerade eine eifrig geführte Diskussion über die Installation eines Beamer in einer alten neugothischen Kirche.
Ältere Gemeindeglieder (mit Ausnahme ein paar Weniger, die geistlich sehr agil erscheinen) sind sehr deutlich gegen diese "Verschandelung" und an neuen Anbetungsliedern können sie im Vergleich zu Chorälen auch keinen wirklichen Gewinn erkennen. Ein seit Kurzem eingesetztes Moderations- und Gebetsteam wird von vielen Älteren eher so empfunden, dass dies der Pfarrer auch sehr gut alleine machen könnte. Die alte Form sorgt dafür, dass die Menschen eine geistliche Heimat finden.
Dann gibt es Gemeindeglieder, meist im Alter von Mitte 30 bis Anfang 50, die die Einführung von neuen Liedern, die Verwendung von Beamer und die Beteiligung eines Moderators und eines Gebetsteams als eine echte Modernisierung empfinden und sich dies nachdrücklich dauerhaft für ihr Wohlbefinden im Gottesdienst fordern. Geistliche Heimat erleben diese da wo, eine gute Gemeinschaft und eine moderne Form des Gottesdienstes zusammentreffen.
Erstaunlich ist für mich die Antwort von jungen Menschen. Manchen ist die Modernisierung nicht radikal genug. Andere sagen, dass es für sie keine Bedeutung hat, ob in dieser Kirche ein Beamer montiert ist, da sie eh spontan entscheiden, ob traditioneller oder modernern Gottesdienst am Sonntag dran ist. Wieder andere sagen, dass wichtig wäre, den Älteren ihre Form zu lassen. Wieder ander junge Leute sagen, dass sie keinen Bock auf diese Form des "Gemeindekrieges" haben und sie die Diskussion über Gottesdienstformen eh satt haben, da es ja Wichtigeres gibt für die Gemeinde Jesu (wie diese wohl von den einzelnen Gruppen definert wird). Andere sagen, dass der Gottesdienst für sie nicht geistliche Heimat sei, für andere ist er es wieder, wenn sie mal nach Dettingen heimkommen. Andere sind der Meinung, dass.... Meinung über Meinung.

Ich frage mich jetzt schon seit einiger Zeit: Warum ist das so? Und fühle mich zwischen den beiden letzten Welten hin und her springen.

Mir sind wieder ein paar Büchlein in die Hände gefällen, die es echt lohnt zu lesen:
• Dan Kimball: Emerging Church – Die postmoderne Kirche. Spiritualität und Gemeinde für neue Generationen (2005) - diesen Buch müsste meiner Meinung nach jeder Gemeindeverantwortliche gelesen haben (ich hab schon mal drüber geblogt)
• Fabian Vogt: Das 1x1 der Emerging Church (2006) - kurz und knackig für 4 €
• Tobias Faix: ZeitGeist. Kultur und Evangelium in der Postmoderne (2007)- Viele Facetten und verschiedene Blickwinkel (siehe auch hier im Blog)

Darin werden u.a. folgende Tabellen (siehe Fabian Vogt) zusammengestellt, die doch Einiges (wenn auch stark vereinfacht) erkläre, was im Wandel von Tradition zur Moderne und PostModerne bei uns gerade geschieht. Wenn du jetzt mal in Tabelle 1 schaust, dann kannst du für dich mal überlegen zu welcher Epochengruppe du dich zählst.

Wenn man jetzt weiter (siehe Tab. 2) fragt, wie die einzelnen Gruppen ihren Glauben leben, was ihnen wichtig ist und was "Heimat" bietet, dann kann man schon einige mögliche Gründe für unsere Diskussionen erkennen.

Abschliessend versucht dann Tabelle 3 daraus in groben Zügen verschiedene Gottesdienstmodelle und Formen den einzelnen Gruppen zuzuordnen.

Mein Fazit: Modern empfindende Menschen versuchen einen eher traditionell geprägten Gottesdienst mit neuen Formen, neuen modernen Liedern und Techniken (Stichwort Beamer) in die moderne Wahrnehmungswelt zu überführen. Dieses Bemühen wird von den noch jüngeren postmodern empfindenden Menschen nicht wahrgenommen und auch nicht wirklich wirklich unterstützt.

Übrigens: Ich habe mit dieser Zusammenfassung keine biblische Einordung getroffen (postmodernes Christsein kann es aus meiner Sicht nicht wirklich geben), sondern es sollte nur eine wertneutrale Nebeneinanderstellung verschiedener Wertesystem sein. Vielleicht ist es auch ein kleiner Beitrag zur Erklärung aktueller Diskussionen.

Samstag, 20. Juni 2009

Gottesdienst, geistliche Heimat.... und die heutige Generation

Gerade habe ich Antworten zu einer Umfrage abgeben, die die Veränderung eines bestimmten (bisher traditionellen) Gottesdienstes thematisiert. Dabei ist mir folgende Frage im Kopf hängen geblieben:

Wie soll Ihrer Meinung nach der Gottesdienst aussehen, damit die junge und mittlere Generation diesen Gottesdienst als ihren Gottesdienst / ihre geistliche Heimat erleben kann?

Beim längeren Nachdenken bin ich auf ein paar grundsätzliche soziologische Gedanken gestoßen: Früher war es so, dass alle, die
in einem Pfarrbezirk waren zu einem Gottesdienst-Ort gehörten und dann auch dort (falls sie kirchlich waren) zum Sonntagsgottesdienst gegangen sind.
Daß das heute nicht mehr so ist hat wahrscheinlich jeder schon bemerkt. Die Leute ticken unterschiedlich. Diese Unterschiede will die Sinusstudie erklären.
Bildquelle: (www.sinus-sociovision.de)


Die einzelnen "Kartoffeln" stellen nun eine Lebenswelt über alle Generationen der Bundesrepublik hinweg dar. Diese Betrachtung könnte man jetzt natürlich auch mal auf eine lokale Gemeinde machen. Was man dabei entdeckt kann man hier nachlesen.

Im Blick auf den Gottesdienst ist davon auszugehen, dass jede Gruppe bestimmte Wünsc
he und Forderungen an den Gottesdienst hat. Und dass die Kirche mit einem klassischer Gottesdienst die Gruppen "Traditionsverwurzelte", "Konservative" und "Etablierte" und noch Teile der "Bürgerlichen Mitte" erreicht. Weitere Infos und Definition der Gruppen bei gibt es bei Wikipedia.
Wenn man nun diese Betrachtungsweise auf die "Junge und mittlere Generation" anwendet, wie dies in der Sinus Jugendstudie U27 geschehen ist, dann ergibt sich nachfolgende Verteilung (Quelle).

Die Zahlen sind eindeutig: Wenn man davon ausgeht, dass eine bisherige Ausrichtung ca. 44% der Bevölkerung theoretisch erreicht hat, dann ist dieser Prozentsatz noch auf 18% zusammen geschrumpft, die von kirchlicher Arbeit erreicht wird.
Als Weiteres ist es sehr spannend zu sehen, dass die "Kartoffeln" früher sehr eng beieinander gelegen sind, die Lebenswelten sich also noch berührten oder gar überlappten. Bei der heutigen Generation ist aber hier ein starker "Rechtsdrift" zu erkennen ist. D.h. dass die Mehrheit der Gesellschaft sich von der traditionellen kirchlichen Angeboten entfernt. Daraus folgt, dass moderne J
ugend- und Gemeindearbeit sich neu fokusieren muss. Die Gottesdienstgestaltung ist hier nur eine Frage.


Wenn man von "Wie muss ein Gottesdienst aussehen....?" spricht, dann ist das automatisch eine Kultur- und Lebensweltfrage. Kennen wir die Fragen und Bedürfnisse der Menschen, die wir zum Gottesdienst einladen wollen, der von seiner Herkunft stark geprägt ist von der Tradition?
Wenn ein Gottesdienst "geistliche Heimat geben will", dann muss man fragen, wie die einzelnen Gruppen "Heimat" definieren. Die Soziologen sagen, dass es eine "Beheimatung innerhalb des Milieus" gibt
. Was bedeutet dies für Gottesdienste? Können diese milieuübergreifend sein? Was bedeutet dies für die Definition von Gemeinde? Kann man Gemeinde an einem gemeinsamen Gottesdienstbesuch festmachen? Wie sieht eine Gemeinde aus, die aus verschiedenen Milieus besteht?
Fragen über Fragen! Und zu guter Letzt: Was ist mit den Milieus, die bisher von der kirchlichen Gemeinde- und Jugendarbeit überhaupt nicht erreicht werden? Ist uns das egal?

Übrigens führt Tobias Faix, ein Experte in Sachen Jugendkultur und Postmoderne (hat auch was zu Sinus geschrieben), gerade eine Umfrage zum Stichwort: Beheimatung von jungen Erwachsenen durch. Macht doch einfach mit.

Sonntag, 10. Mai 2009

Kannst du in der Luft sitzen?

Ich habe in den letzten Wochen immer wieder interessante Diskussionen über Gottesdienstformen und Frömmigkeitstile mitbekommen.... Dabei wurde oft der Glaube mit einer bestimmten Gottesdienstform oder einem bestimmten Stil des Glaubens verbunden. Etwa so: "ich bin mit dieser Form groß geworden - wenn sich hier was verändert, dann ist das schlecht für meinen Glauben"...

Was ist Glaube eigentlich?
An was glaube ich?

Wenn ihr die Überschrift verstehen wollt, dann müsst ihr den Video bis zum Schluss anschauen.

Freitag, 23. Januar 2009

Warum Männer die Kirche meiden!


Carsten hat einen guten Job. Er liebt seine Frau und seine Kinder, auch wenn die Arbeit oft Vorrang vor der Familie hat. Carsten sucht den Erfolg, fährt schnelle Autos und trinkt gerne einen guten Rotwein. Nur für Kirche und Gemeinde kann er sich nicht begeistern. Er meint, das sei etwas für Kinder, Frauen und alte Menschen. Er findet Kirche langweilig, nichts sagend, harmlos.

Diesen Satz fand ich in der Onlineausgabe von "Adam-Online". Darin wird festgestellt, dass unsere Gemeinden an vielen Stellen für eine Vielzahl von Männern nicht einladend sind und dass Männer sehr viel seltener Angebote und Rahmenbedingungen finden, die ihnen eine männliche Art des Glauben ermöglichen.

Es geht um die Frage, wie Männer Beziehung ausdrücken zu Jesus und zu Mitchristen, es geht darum, ob eine kräftige männlich herzliche Sprache im Lobpreis auch ihren Platz hat, es geht um die "Verweiblichung" der Gemeindeformen. Aber es geht auch darum, wie Männer in Gemeinden ganz neu ihre Form der Spiritualität, der Gemeinschaft und der Jesusnachfolge finden.

Ein lesenswerter Artikel.
Vielleicht auch gerade für CVJMs, die ja schliesslich männliche Wurzeln haben.

Ich freu mich auf männliche und weibliche Kommentare.

Samstag, 26. April 2008

Wir brauchen mehr Swissness!

Neulich war ich beruflich in der Schweiz (Luzern). Und ich muss wieder sagen: Die Schweizer sind schon ein besonderes Volk. Sie sprechen vier verschiedene Sprachen und sind durch viele Berge von einander getrennt. Erst seit etwas 200 Jahren gehören sie richtig zusammen und trotzdem stahlt dieses Land eine Einheit, eine innere Verbundenheit aus, die mich faszinieren.

Was mich an den Schweizern fasziniert ist diese gelebte "swissness". Der Sinn für Lebensqualität, Tradition, Präzision, herrliche Landschaften, Kreativität und Sinnlichkeit.

Das Gute sehen und für seine persönlichen Werte und Besonderheiten einzustehen, auch wenn man mal von den Anderen verlacht wird (wie etwas die langsamen Berner).

Bei uns (gerade auch in unseren christlichen Gemeinden) beherrscht dagegen oft die Frage nach der "Correctness" das Denken. Alles muss politisch korrekt sein und sich an den (vermuteten) Empfindungen Anderer orientieren. Da werden Worte auf die Goldwaage gelegt und Zus
ammensetzungen von Gesprächskreisen abgewogen. Da wird immer viel Rücksicht auf die mögliche Reaktion der Anderen gelegt.

Mein Appell: Lass uns mehr Schweizer sein. Standhaft in unseren Besonderheiten und uns gegenseitig annehmen in unserer Unterschiedlichkeit.
Das Verbindende der Schweizer ist das Kreuz in der Flagge. Wie viel mehr sollte uns Christen das Kreuz verbinden, trotz aller persönlichen Besonderheiten.

Mehr Swissness - mehr Christness


P.S: Liebe Grüße auch an meine lieben Berner. Ich werde die Schweiz bei der EM von ganzem Herzen anfeuern. Ich bräuchte dazu noch ein Trikot (L oder XL) und einen Schaal

Samstag, 29. März 2008

Spring - Genial


Gerade kommen wir zurück aus Ruhpolding (was auch der Grund war, dass so lange nichts auf dem Blog passierte). Wir waren auf Spring! Ein absolut geniale Mischung aus Urlaub-Kongress, Urlaub-Gottesdienst, Urlaub-Familie, Urlaub-Kinderprogramm, Urlaub-Gottes Begegnung und......

Wenn jemand von euch im nächsten Jahr die Woche nach Ostern mit irgend etwas anderem verplant als mit Spring (z.B. die dritte Woche Skifahren gehen), ist er selber schuld!

Ich werde hier noch ein paar Eindrücke von Spring 2008 bloggen, aber jetzt bin ich zuerst mal müde....

Donnerstag, 21. Februar 2008

Emgering Landeskirche?

Bei Simon auf www.vries-land.de läuft gerade eine interessante Diskussion bzgl. "Emerging Landeskirche". Es ist total spannend zu entdecken, welche Potentiale in unserer Kirche im Blick auf emerging church zu finden sind.
In der Diskussion über 9 Thesen von Simon wird vorhandenes emergentes Potential näher beleuchtet und mit dem gelebten Inhalt in Beziehung gesetzt.

Einfach empfehlenswert!

Samstag, 9. Februar 2008

Darf es ein bischen Mehr sein?

Vor ein paar Wochen hatte ich ein intensives Gespräch mit einem Pensionär, der sich intensiv mit geistlichen Fragen auseinander setzt. Es war interessant dem alten Herrn zuzuhören. Besonders seine Ausführungen über den Glauben und das Leben von Dietrich Bonhoeffer hat mich neu inspiriert. Mein Ruheständler bezeichnet sich als "Liberaler" wenn es um die Theologie geht, hat aber dann auch wieder an manchen Stellen Grundsätze, die jedem Evangelikalen gut zu Gesicht gestanden hätte. Folgende Sätze haben mich nachdenklich gemacht, als er sagte: "... nicht alles in eurem CVJM finde ich gut, das mit dem amerikanischen WillowCreck und der oberflächlichen Lobpreismusik..."
Nun über der Willow-Kritik stehe ich mittlerweile, dafür habe ich bei Willow schon zu viel gelernt, aber das mit der "Oberflächlichkeit der heutigen Lieder" hat mich schon gefuxt. Ich wollte ihm noch immer mal eine Gegenüberstellung machen, die das Gegenteil beweist. (Hat jemand sowas??)
Jetzt stößt aber Michael Herbst im letzten WillowCreek Kongress in das gleiche Horn:
"...Nach seiner Überzeugung müssen Gemeinden mehr darauf achten, dass ihre Leitung auch lehrt. „Wir müssen von der ‚Milchfläschchen-Kita’ zur ‚Schwarzbrot-Schule’ kommen.“ Glaube und Predigt müssten wieder mehr an Tiefe gewinnen – „es geht nicht nur darum, dass wir unterhalten und von der Liebe Gottes getröstet werden.“ Das betrifft nach seiner Einschätzung auch neue Gemeinde-Lieder, die mitunter nicht die Tiefe eines Liederdichters Paul Gerhardt hätten."
Wow!
Dazu passt die Aufforderung eines erfahrenen Geistlichen, mit dem ich letztens ein sehr intensives Gespräch führen durfte. Er sagte: "Ihr im CVJM habt die Unabhängigkeit eines freien Werkes... nutzt diese Freiheit von volkskirchlichen Randbedingungen... macht die Bibel unter jungen Menschen wieder neu bekannt. Setzt euch ein für ein vom Geist Gottes geleitetes Bibelverständnis...."
Er hat die CVJMs, egal wo sie gerade ihre Arbeitsschwerpunkte haben, dazu eingeladen, ein Alternativangebot zu bieten zu den allgegenwärtigen historisch kritischen Bibelauslegungen in Schule, Gesellschaft und leider auch vielen Kanzeln. Es dürfte spannend sein, was passieren würde, wenn sich alle CVJMs in Deutschland dieser Herausfordung wieder neu stellen würden. Jugendarbeit im Kontext der Postmoderne, mit Tiefgang und Klarheit und in staunender Erwartung... (und vielleicht wird darin auch ein Paul Gerhard wieder einen angemessenen Platz mit seinen Liedern finden)

Samstag, 2. Februar 2008

Die Kirche verliert ihre Kinder...


Das nebenstehende Bild aus einer Präsentation von Michael Herbst vom Institut für Gemeindeentwicklung hat mir gefallen. Es trifft die Situation in vielen christlichen Gemeinden auf den Kopf. Das Problem ist dabei, dass die Wenigsten je aus ihrem Eimer heraustreten und die Innenansicht verlassen. Die Folge: Sie erkennen nicht, was an der Basis (Boden des Eimers) passiert.
Erst wenn irgendwo ein anderer Eimer (z.B. Freikirche) entsteht, oder wenn plötzlich Mitarbeiter fehlen, dann wir mit Erschrecken festgestellt, dass da ja ein Loch sein muss... Aber wie wird dann häufig reagiert? Genau! Die "Abtropfenden" sind Schuld am Loch!

Dass dieser Mechanismus und diese Entwicklung auch gestoppt und umgekehrt werden kann, das zeigen Beispiele von der Anglikanischen Kirche in England.

Das Amt für missionarische Dienste hat hier einige Infos zusammengestellt. Viel Spass beim Lesen und Handeln!

Montag, 24. Dezember 2007

Traditionelle Weihnacht

Heute ist es nun wieder soweit. Überfüllte Kirchen, 5 Gottesdienste allein in unserer Gemeinde. Und alle sind bestens gefüllt. Heute gehen Alle in die Kirche! Es gehört einfach zur Traditon, dass man an Heiligabend zum Christvesper geht, oder mit den Kindern ein Krippenspiel besucht.... wenn das geschafft wurde, dann, ja dann kann es Weihnachten werden....

Aber sind wir doch mal ehrlich - was ist mit den Besuchern im restlichen Jahr?
Nur ein Bruchteil davon verirrt sich dann noch in unsere Gottesdienste! Veränderung - Weiterentwicklung tut Not.
Neulich lass ich von einem Gemeindeberater, der beauftragt wurde Rückgang der Gottesdienstbesucher zu analsysieren. Nach einigenen Beobachtungen und Gesprächen kam er zu folgendem Rat:
“Bauen Sie sich einen Zaun um ihr Kirche, verlangen Sie Eintrittsgeld von den Besuchern und lassen sie die Menschen sehen, wie Gottesdienste vor hundert Jahren gestaltet worden sind.”

Eine ähnliche Beobachtung machte neulich ein guter Freund von mir in einer Gemeinde in Norddeutschland. Er schreibt:
"An der Eingangstüre zur Kirche hängt ein Plakat auf dem zu lesen ist: Die
Weihnachtrunde (Konzert von Kantorei und Posaunenchor) heute Abend ist leider schon ausverkauft. Interessant, denke ich, und begebe mich ins Innere der Kirche.
Der Gottesdienst beginnt. Doch irgendwie bin ich immer noch mit meinen Gedanken
draußen bei dem Plakat an der Tür. Hier drinnen sitzen höchstens 60 Personen. Dabei würde die Kirche 700 Personen fassen.....
Frustration, Bitterkeit und Wut machen sich in mir breit! Ich würde am liebsten heulen. Warum ist das Konzert heute Abend ausverkauft und heute Morgen ist die Kirche zu nicht einmal 10% besetzt? Heute Abend bezahlen die Leute dafür und morgens könnten sie umsonst zur Kirche kommen.....
Am liebsten würde ich heute Abend folgendes mit Kreide vor die Kircheneingänge
schreiben: Warum kommen sie heute Abend zur Kirche, wo sie doch sonst nie zur Kirche gehen? Sie sollten sich irgendwann einmal entscheiden: für Gott und seine Gemeinde oder dagegen, denn in ihrem Leben treffen sie doch auch sonst klare und zielgerichtete Entscheidungen, oder nicht?

Soviel aus Christoph's Rundbrief.
Weihnachten hat die Welt verändert. Das Wunder von Weihnachten will bis heute die Welt verändern. Lassen wir und unsere Gemeinden auch verändern, dass das Licht der Welt hineinstrahlt in die Dunkelheit des 21. Jahrhunderts.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Gigantisches Krippenspiel

Was erwartest du von einem Krippenspiel einer Grundschule? Nicht viel?
Dann solltest du mal das Krippenspiel der Uhlandschule Dettingen besuchen....

Auch dieses Jahr wieder zauberten die Kids ein Musical in die Stiftskirche, das den Massstab für christliche Kinderarbeit und für Verkündigung an Weihnachten ganz weit nach oben legt.

In dem Musical "Sonderbar" (reinhören könnt ihr hier) haben die Kinder bei mir Weihnachten werden lassen. Jedes Lied war pure Verkündigung von der Liebe Jesu und ein Zeugnis der wahren Bedeutung von Weihnachten!

Die Kinder nahmen alle Besucher mit hinein in den Weihnachtsjubel:
"Ha-la-la-le-lu-u-ja,
Jesus ist geboren,
Ha-la-la-le-lu-u-ja,
Jesus ist geboren,
Ha-la-la-le-lu-u-ja,
stimmt alle fröhlich ein.

Weihnachten ist ein Freudenfest, darum lass uns klatschen,
Jesus ist da!
Gott ist super, denn zum Frieden lädt er alle Menschen ein.
Gott ist super, denn zum Frieden lädt er alle Menschen ein.
Ha-la-la-le-lu-u-ja."


Mehrere hundert Menschen waren begeistert von der Vorstellung, aber mehrere hundert Menschen wurden auch berührt von der heiligen Botschaft Gottes: "Jesus ist ein Geschenk - Er ist der Weg zum Vater"

Mir bleibt nur der Wunsch: Weiter so liebe Lehrerinnen der Uhlandschule. Sie machen eine gigantische Arbeit!

Und nebenbei bemerkt....
... viele Krippenspiele von Kinderkirchen und viele Weihnachtsprediger können von Ihnen lernen. Das Musical UND die Message war super! DANKE.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Ein besonderer Sonntag

Kurz nach 9 Uhr machen wir uns auf den Weg.... nein nicht in den Gottesdienst (bevor ihr jetzt schimpft bitte ich bis zum Ende zu lesen). Freunde haben uns zum Frühstück eingeladen. Eine richtig gemütliche Atmosphäre hat uns da empfangen. Danke liebe Familie K. !
Eines der Kinder liest eine Andacht vor: "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen,..." und dann geht die Schlacht um Nutella, Brötchen, O-Saft,Kaffee (Foto pixelio.de)... los.
Alle sind glücklich, es schmeckt vorzüglich, die Kinder ziehen sich irgendwann zum Spielen zurück und wir Erwachsenen haben herrlich Zeit tiefe Gespräche über Glauben, Alltag, Gemeinde, Arbeit usw. zu führen. Bis um 12:30 Uhr haben wir gequatscht... Herrlich!
Nach einem kurzen Stop auf dem Weihnachtsmarkt zum Mittagessen ging eine tolle gemeinsame Familienzeit zu Ende. Aber das Highlight wartete noch.

Um 17:30 Uhr war Knospe-Gottesdienst: "Atempause im Advent". Luftholen und Gott begegnen im Trubel der Weihnachtszeit. Ein toller Gottesdienst, mit vielen neuen (Weihnachts)Lieder hat dem Tag den Höhepunkt gegeben.

Ich wünsche mir öfters solche spontanen Sonntage, ohne den traditionellen Stress der Sonntagmorgengottesdienst-Hektik. Wer sagt eigentlich dass der Gottesdienst am Sonntag morgen sein muss? Wann haben wir den Mut hier weiter zu denken?

Für uns war dieser 1. Advent auf jeden Fall ein Sonntag zum "Atem holen", zur Begegnung mit Gott und zur Gemeinschaft mit lieben Geschwistern. Ich wünsche mir und unseren Gemeinden noch viele solcher Sonntage, die vom Herrn gesegnet sind und dem "Atem holen" dienen.

Sonntag, 25. November 2007

Kirche am Totensonntag überfüllt !!!!

So etwas hat es noch nie gegeben!

An einem Totensonntag, wo normalerweise der Gottesdienstbesuch mager bis sehr wenig ist platzte die Kirche in Kappishäusern aus allen Nähten.

Alle Kirchenbänke waren belegt,
alle verfügbaren Stühle besetzt,
Jugendliche drängten sich auf der Orgelbank und im Eingangsbereich und auf der Empore standen Leute, um den Gottesdienst zu verfolgen. (Der Kirchenraum war voller als bei der Einweihung, die auf dem Bild dargestellt ist, da im Mittelgang noch Stühle standen)

Was war der Grund?
Ganz einfach: Der Gottesdienst begann um 11 Uhr, es gab moderne Lieder und Kirchenlieder gesungen mit Beamer und es waren verschiedene Gemeindeglieder an der Gestaltung des Gottesdienstes beteiligt. Die Kinder waren in ihrem eigenen spannenden Kinderprogramm im Gemeindehaus untergebracht.

Das Fazit eines neben mir stehenden Besuchers:
So muß Gottesdienst sein, dass er ankommt!
Und weiter fragt er sich, wann er einen solchen Gottesdienst auch in der Dettinger Stiftskirche erleben darf?

Ein anderes Fazit ist natürlich auch, dass eine Kirche wie die in Kappis

Montag, 19. November 2007

1200 Euro - 3 Kinder - Na und?

Liebe Freunde,
wenn ich diese Zeilen schreibe, dann habe ich Tränen in den Augen, denn gerade hat mich die "Soziale Kälte" erreicht.

Da gibt es doch tatsächlich (nicht nur im Fernsehen) direkt bei uns in unserer wohlsituierten Nachbarschaft eine Familie mit 3 Kinder (3 Jahre bis 3 Monate) und die müssen mit etwa 1200 Euro pro Monat auskommen!

Die Mutter müsste dringend eine Röntgen-Untersuchung machen, aber das geht nicht, denn sie muss unbedingt stillen, denn die Babynahrung wäre unbezahlbar im Moment.
Die Mutter geht nachts um 1 Uhr aus dem Haus (zuvor stillt sie nochmal) und trägt bis 6 Uhr Zeitungen aus, um dann wieder zum nächsten Stillen da zu sein.

Der Vater arbeitslos und ohne Deutschkenntnisse.

Schicksal könnte man sagen, aber dieses Schicksal ist doch nur 150 Meter entfernt von mir!
Schicksal könnte man sagen, aber diese Menschen sind ein Teil unserer Gemeinde (und wollen demnächst ihr Kind taufen lassen)!

Wie geht es dir damit? Klickst du einfach weiter? Oder hast du eine Idee, wie wir hier ganz konkret als Kirchengemeinde und CVJM helfen können?

"Wer hat einen Job für den Vater?
Wer hat Klamotten für die Kids?
Wer hat vielleicht sogar Zeit für die Familie und hilft praktisch mit?
Wer ? Wenn nicht wir? " (würde wahrscheinlich Jesus fragen)

Wenn du mithelfen kannst, dann melde dich bei mir!

Sonntag, 18. November 2007

Ein anderer Gottesdienst

Viele die ich kenne diskutieren gerade mit, wenn es um die Frage geht, wie sich der Sonntag morgen Gottesdienst weiterentwicklen könnte, dass auch junge Menschen sich wieder hingezogen fühlen.

Bei der letzten Kirchenwahl hat sich dieses Thema fast jeder Kandidat auf die Fahnen geschrieben... Jetzt geht es ans Handeln, denn zu viel Zeit bleibt nicht mehr...

Einen faszinierenden Ansatz fährt dabei der CVJM Esslingen in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Kirchengemeinde. EIN anderer Gottesdienst!

Was mich an dem Esslinger Konzept fasziniert ist dass es nicht um Professionalität oder eine bestimmte Art von Liturgie geht, sondern es geht darum, dass ein weiterentwicklter landeskirchlicher Gottesdienst wieder attraktiv für Junge und Alte ist. Ganz interessant finde ich auch die zu diesem Gottesdienst gemachten Umfrage.

Unserer ganzen Familie hat es gefallen. Die Kinder fühlten sich im Kinderprogramm wohl und wir Erwachsene waren von Predigt, Lobpreis und Begebung berührt. Es hat uns wieder mal gezeigt, dass Vieles möglich ist, wenn nur der Wille da ist. Der Geist Gottes verbindet ganz unterschiedliche Menschen.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Ernte Dank

Wir haben neulich Tomaten geerntet und Beate hat daraus köstliche Vorräte für den Winter gezaubert. Findet ihr nicht auch?
Heute habe ich ein neues Stichwort aufgeschnappt: "Geistliche Ernte feiern!"
Diesen Impuls fand ich nachdenkenswert....
An vielen Stellen sind wir als Gemeinde am Säen und machen und tun.
Und dann fällt mir das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld ein. Und dann entdecke ich schnell nur die harten Felsen, die Dornen und Distel und sonstigen Unwegbarkeiten der Gemeindearbeit. ABER es gibt ja auch noch den Bereich mit dem guten Boden, wo vieles wächst.

Ich habe den Eindruck, es ist gut hin und wieder Pause zu machen, um auf Jesus zu hören, wenn er sagt:
"Macht doch eure Augen auf und seht euch um! Die Felder können abgeerntet werden" (Joh. 4,35)

Erntedank! Für welche "geistliche Ernten" können wir in unseren Gemeinden von Herzen dankbar sein! Wie feiern wir in unseren Gemeinden und CVJMs Gottes reiche Gaben, oder hat uns der deutscher Pessimisus und die schwäbische Schaffenskraft bereits den Blick verstellt auf das Gewachsene, das wir ernten durften/dürfen.

Wie könnte es ganz praktisch aussehen, wenn eine Gemeinde sich über Gottes Gaben freut?

Erntedank! Ein weiterer Gedanke drängt sich auf. Pfingsten. Gaben des Heiligen Geistes. Klaus Teschner hat mal gesagt: "Jeder Christ ist ein Charismatiker, weil er von Gott begabt wurde"....
Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus staune ich, was für ein Schwung durch Gmeinden geht, wenn sie die vielfältigen Gaben ihrer Mitarbeiter entdecken, feiern, einsetzen UND dafür danken. Ich freu mich schon, an einem solchen Prozess demnächst wieder dabei zu sein!



Sonntag, 30. September 2007

Toller Empfang!

„Hi Hurensohn, geh heim und fick deine Mutter!“...so wurde ich noch nie empfangen, wenn ich irgendwo "im Auftrag des Herrn" unterwegs war.
Letzte Woche hatte ich z.B. ein Referat im Alphakurs: "Wer ist Jesus" war das Thema. Alle hörten brav zu und lachten über meine eingestreuten Jokes und wurden ganz aufmerksam, als ich von meinen Erlebnissen mit Jesus erzählt habe...

Ich finde es toll, dass wir gerade Alphakurs haben, und ich findes es toll, dass wir dadurch es wirklich wagen und erleben Menschen zu erreichen, die bisher Jesus noch nicht kennen....

ABER:
Ich frag mich, wann die Zeit kommen wird, dass wir als CVJM und als Gemeinde auch Menschen begegnen können, die so gar nicht auf unserer Wellenlänge liegen. Toby in Marburg hat das erlebt. Marburg ist nicht Dettingen, aber ich bin davon überzeugt, dass es Bereiche in unserem Ort gibt, die wir noch gar nicht kennen und wahrhaben wollen.

Mein Traum ist, dass wir die Zeit nutzen, um uns vorzubereiten (im Gebet) auf Begegnungen mit der Begrüßung: „Hi Hurensohn, geh heim und fick deine Mutter!“. Ich wünsch mir, dass der Heilige Geist uns reif macht und solche Menschen zu lieben. Ich bin gespannt, was Gott hier mit unserer Jugendarbeit vor hat.

Das Erlebnis von Toby macht Mut, dass wir uns auf unseren Gott verlassen können. Ich freu mich auf eine spannende Zeit!

Montag, 24. September 2007

Cleanpark - Erlebnis

Zugegeben, meine landwirtschaftliche Maschine war extrem dreckig, als ich am Samstag im Cleanpark vorgefahren bin. Der ganze Schmutz von 2 Stunden Arbeit klebte unter dem Mulchgerät (überdimensionaler Rasenmäher).

Deshalb habe ich für 4 Euro die ganze Maschine gereinigt. Gerade als ich wegfahre, kommt der Angestellte um die Ecke und gibt mir unmissverständlich zu verstehen, dass es eine Unverschämtheit wäre so einen Dreck zu hinterlassen...

Ich bin später nochmal an der Anlage vorbei gefahren. Es gibt dort kein Schild, dass nur saubere Fahrzeuge gereinigt werden dürfen. Noch nicht!?

Mir sind unsere Gemeindehäuser und Kirchen dabei eingefallen, auch hier habe ich manchmal den Eindruck, dass "schmutzige" Menschen nicht so gern gesehen sind. Aber Jesus hat doch gesagt: "Kommt her zu mir alle die ihr mühselig und (mit Schmutz) beladen seid..."

Dazu passt auch das Kommentar von Knuddel: "Darf man bei uns noch zum Glauben kommen?"

Mittwoch, 19. September 2007

Vergreisung der Gottesdienste? Hoffnung für die Zukunft ?

Gabi war eine „Vorzeigechristin“: Sie engagierte sich fest in der Gemeinde, war bei vielen Aktivitäten dabei. Doch mit der Zeit sank ihr Bedürfnis zum Gottesdienst zu gehen und sie zog sich aus der Mitarbeiterschaft zurück, ohne genau sagen zu können, warum. „Es bringt mir alles nichts mehr!“, antworte sie Gemeindegliedern, die nach dem Grund ihres Fernbleibens fragten. Auf die Frage, ob denn in ihrer Beziehung mit Jesus alles in Ordnung sei, antwortete sie entschieden: "Ja, ich erlebe ihn tief – alleine und wenn ich mit Freunden zusammen bin und ihn anbete. Da ist alles okay..“ Alle liebevollen Appelle, ihre Treue zu Jesus doch auch durch ihren Gottesdienstbesuch und Mitarbeit in der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen, fruchten nichts. (Soviel aus der LesBar)

Neulich war es wieder so weit. Man diskutiert über die Situation des Gottesdienstes am Sonntagmorgen.

Die Eine: "Die Jungen Leute sind halt nicht mehr da!"
Der Andere: "Auch die mittlere Generation kommt nur noch selten!"
Die Dritte wundert sich: "Aber unsere Predigt ist doch so gut!"

Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Die Gottesdienste am Sonntagmorgen "Vergreisen". Was ist zu tun?

Ich bin gespannt, wie es weitergeht, denn ich mag meine Kirche und den Gottesdienst, nur sehe ich die Gefahr dass wir bei unseren Diskussionen nur eine flache eindimensionale Sicht auf den Gottesdienst haben. Eine Gemeinde ist aber ein dreidimensonales Gebilde: "Ein Leib Christi". Der Gottesdienst ist nur ein wichtiger Teil davon.

Die Anglikanische Kirche hat die gleichen Diskussionen geführt, faszinierend dabei ist, dass sie aufgehört hat sich in dieser Negativspirale von "Früher war Alles besser" und "Bloss nichts verändern" zu drehen. Professor Michael Herbst (Uni Greifswald) hat in "Mission bringt Gemeinde in Form" diese positiven Entwicklungsschritte auch ins Deutsche übertragen.

Am 11. November ist Kirchenwahl, d.h. es werden Kirchengemeinderäte und Landessynodale gewählt. Mir ist es wichtig, dass hier Menschen Verantwortung übernehmen,

  • die die Realität der "Gabi-Generation" und der Postmoderne anerkennen
  • die Gemeinde als "Leib Christi" (lebendiger Organismus) und nicht als Organisation oder Politikfeld sehen
  • die Gemeinde nicht als "Kulturelement" sondern als integraler Bestandteil zur Gesellschaftstransformation verstehen
  • die im Blick auf Jesus sich dafür einsetzen, dass wir "missionale Gemeinde" sind/werden
  • deren größtes Anliegen es ist, dass Menschen aller Generationen zu einem lebendigen Glauben an Jesus gelangen und in einer echten Gemeinschaft leben
  • für die der ZeitGeist eine Herausforderung an ihren persönlichen Glauben darstellt.

Dienstag, 11. September 2007

Neu verliebt!

Habe ich dir schon erzählt, dass ich mich neu verliebt habe?
Ja du hast richtig gelesen - ich bin über beide Ohren neu verliebt. Aber keine Angst Beate soll darunter nicht leiden...

Ich habe mich neu verliebt in meine Kirche - zumindest in meine Ortsgemeinde.
Ich staune wieder (die mich kennen, die wissen, dass das nicht immer so war) über die Chancen und Möglichkeiten die wir hier am Ort als "Volkskirche" haben.
  • Es ist doch einfach genial, dass unsere Kinder mit ihren Lehrern heute geschlossen bei "Schulanfangsgottesdienst" waren. Jesus mit Liedern gefeiert haben, auf die Geschichte von Daniel gehört haben und für das Gelingen der Schule gebetet haben.
  • Es ist doch einfach wunderbar, dass meine Tochter ganz selbstverständlich im Kindergarten Geschichten aus der Bibel hört
  • Es ist doch toll, dass man als CVJM eingeladen ist, um bei den örtlichen Vereinaktivitäten Präsenz zu zeigen
  • Mich fasziniert, dass bei uns Sonntag für Sonntag an mehreren Stellen Gottesdienst angeboten wird
  • usw.
Wenn wir unser Dorf mit der restlichen Welt vergleichen, dann haben wir hier phantastische Bedingungen, um auf ganz natürliche Weise ein Zeugnis für den lebendigen Gott zu sein.

Übrigens. Ich hab die "rosarote Brille" auf!

Und deshalb stresst es mich gerade wenig, wenn das jüngste Lied im Gottesdienst aus dem 16. Jahrhundert stammt, wenn wieder die Tradionalisten ihre Wichtigkeiten verbreiten oder wenn an manchen Stellen eine offene missionarische Gemeinde- und Jugendarbeit als störend empfunden wird.

Es kommt auf das einzelne persönliche Fundament und die persönlich gelebte Glaubensbeziehung an, damit sich Gemeinde auch an die Herausforderungen der Postmoderne anpasst und dabei ihr biblische Definition als "Ein Leib mit vielen Gliedern" immer wieder neu entdeckt.

Frage:
Was kannst du dazu beitragen, dass der "Organismus Gemeinde" fit bleibt und an manchen Stellen wird?