Gabi war eine „Vorzeigechristin“: Sie engagierte sich fest in der Gemeinde, war bei vielen Aktivitäten dabei. Doch mit der Zeit sank ihr Bedürfnis zum Gottesdienst zu gehen und sie zog sich aus der Mitarbeiterschaft zurück, ohne genau sagen zu können, warum. „Es bringt mir alles nichts mehr!“, antworte sie Gemeindegliedern, die nach dem Grund ihres Fernbleibens fragten. Auf die Frage, ob denn in ihrer Beziehung mit Jesus alles in Ordnung sei, antwortete sie entschieden: "Ja, ich erlebe ihn tief – alleine und wenn ich mit Freunden zusammen bin und ihn anbete. Da ist alles okay..“ Alle liebevollen Appelle, ihre Treue zu Jesus doch auch durch ihren Gottesdienstbesuch und Mitarbeit in der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen, fruchten nichts. (Soviel aus der LesBar)
Neulich war es wieder so weit. Man diskutiert über die Situation des Gottesdienstes am Sonntagmorgen.
Die Eine: "Die Jungen Leute sind halt nicht mehr da!"
Der Andere: "Auch die mittlere Generation kommt nur noch selten!"
Die Dritte wundert sich: "Aber unsere Predigt ist doch so gut!"
Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Die Gottesdienste am Sonntagmorgen "Vergreisen". Was ist zu tun?
Ich bin gespannt, wie es weitergeht, denn ich mag meine Kirche und den Gottesdienst, nur sehe ich die Gefahr dass wir bei unseren Diskussionen nur eine flache eindimensionale Sicht auf den Gottesdienst haben. Eine Gemeinde ist aber ein dreidimensonales Gebilde: "Ein Leib Christi". Der Gottesdienst ist nur ein wichtiger Teil davon.
Die Anglikanische Kirche hat die gleichen Diskussionen geführt, faszinierend dabei ist, dass sie aufgehört hat sich in dieser Negativspirale von "Früher war Alles besser" und "Bloss nichts verändern" zu drehen. Professor Michael Herbst (Uni Greifswald) hat in "Mission bringt Gemeinde in Form" diese positiven Entwicklungsschritte auch ins Deutsche übertragen.Am 11. November ist Kirchenwahl, d.h. es werden Kirchengemeinderäte und Landessynodale gewählt. Mir ist es wichtig, dass hier Menschen Verantwortung übernehmen,
- die die Realität der "Gabi-Generation" und der Postmoderne anerkennen
- die Gemeinde als "Leib Christi" (lebendiger Organismus) und nicht als Organisation oder Politikfeld sehen
- die Gemeinde nicht als "Kulturelement" sondern als integraler Bestandteil zur Gesellschaftstransformation verstehen
- die im Blick auf Jesus sich dafür einsetzen, dass wir "missionale Gemeinde" sind/werden
- deren größtes Anliegen es ist, dass Menschen aller Generationen zu einem lebendigen Glauben an Jesus gelangen und in einer echten Gemeinschaft leben
- für die der ZeitGeist eine Herausforderung an ihren persönlichen Glauben darstellt.
1 Kommentar:
Wünsche mir von Herzen,dass alle die überlegen, sich zur Wahl aufstellen zu lassen,diese Zeilen von Dir lesen! DANKE!!!MEEEEEHR DAVON!!
LG Knuddel
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