Sonntag, 30. September 2007

Toller Empfang!

„Hi Hurensohn, geh heim und fick deine Mutter!“...so wurde ich noch nie empfangen, wenn ich irgendwo "im Auftrag des Herrn" unterwegs war.
Letzte Woche hatte ich z.B. ein Referat im Alphakurs: "Wer ist Jesus" war das Thema. Alle hörten brav zu und lachten über meine eingestreuten Jokes und wurden ganz aufmerksam, als ich von meinen Erlebnissen mit Jesus erzählt habe...

Ich finde es toll, dass wir gerade Alphakurs haben, und ich findes es toll, dass wir dadurch es wirklich wagen und erleben Menschen zu erreichen, die bisher Jesus noch nicht kennen....

ABER:
Ich frag mich, wann die Zeit kommen wird, dass wir als CVJM und als Gemeinde auch Menschen begegnen können, die so gar nicht auf unserer Wellenlänge liegen. Toby in Marburg hat das erlebt. Marburg ist nicht Dettingen, aber ich bin davon überzeugt, dass es Bereiche in unserem Ort gibt, die wir noch gar nicht kennen und wahrhaben wollen.

Mein Traum ist, dass wir die Zeit nutzen, um uns vorzubereiten (im Gebet) auf Begegnungen mit der Begrüßung: „Hi Hurensohn, geh heim und fick deine Mutter!“. Ich wünsch mir, dass der Heilige Geist uns reif macht und solche Menschen zu lieben. Ich bin gespannt, was Gott hier mit unserer Jugendarbeit vor hat.

Das Erlebnis von Toby macht Mut, dass wir uns auf unseren Gott verlassen können. Ich freu mich auf eine spannende Zeit!

Montag, 24. September 2007

Cleanpark - Erlebnis

Zugegeben, meine landwirtschaftliche Maschine war extrem dreckig, als ich am Samstag im Cleanpark vorgefahren bin. Der ganze Schmutz von 2 Stunden Arbeit klebte unter dem Mulchgerät (überdimensionaler Rasenmäher).

Deshalb habe ich für 4 Euro die ganze Maschine gereinigt. Gerade als ich wegfahre, kommt der Angestellte um die Ecke und gibt mir unmissverständlich zu verstehen, dass es eine Unverschämtheit wäre so einen Dreck zu hinterlassen...

Ich bin später nochmal an der Anlage vorbei gefahren. Es gibt dort kein Schild, dass nur saubere Fahrzeuge gereinigt werden dürfen. Noch nicht!?

Mir sind unsere Gemeindehäuser und Kirchen dabei eingefallen, auch hier habe ich manchmal den Eindruck, dass "schmutzige" Menschen nicht so gern gesehen sind. Aber Jesus hat doch gesagt: "Kommt her zu mir alle die ihr mühselig und (mit Schmutz) beladen seid..."

Dazu passt auch das Kommentar von Knuddel: "Darf man bei uns noch zum Glauben kommen?"

Sonntag, 23. September 2007

Warum blogst du?


So fragen mich Viele, wenn sie über meinen Blog erfahren.
Einige finden es interessant, geniessen es die letzte Sonntagspredigt nachzulesn.
Einige finden es interessant interessante Themen zu Kirchenwahl und Gemeinde, Jugendarbeit und Mission zu entdecken.
Bei den privaten Einträgen hört bei vielen der Spass auf. Wie kannst du so offen über dein Christsein reden, schliesslich kann die ganze Welt dadruch deine Einstellung "ergooglen"? ist nur eine der (harmloseren) Fragen, die mir gestellt werden? Viel drastischer fällt die Rückmeldung aus, wenn ich aus der Familie und aus meinem Alltag berichte...

Warum blogst du?
Ganz einfach, weil es Spass macht. Weil ich mit meinen Einstellungen mich nicht verstecken will und weil ich es interessant finde, was für Reaktionen es auslöst.

Zugegeben, viele Kommentare bekomme ich nicht, aber was mir die Freunde so im Gespräch spiegeln zeigt schon, dass die Inhalte des Blog Anstoss geben können....

Warum blogst du? - Weil ich es spannend finde.
Ich freu mich auf deine Kommetare.

Donnerstag, 20. September 2007

Munzi im Fernsehen

Ich sagte ja schon, dass ich einen Synodalen persönlich kenne.
Für meinen Blog habe ich es jetzt noch nicht geschafft, mit ihm ein Interview zu führen, aber ein Kollege aus dem Kirchenfernsehen hat ihn vor die Kamera bekommen.
Viel Spass beim Ansehen.

Mittwoch, 19. September 2007

Vergreisung der Gottesdienste? Hoffnung für die Zukunft ?

Gabi war eine „Vorzeigechristin“: Sie engagierte sich fest in der Gemeinde, war bei vielen Aktivitäten dabei. Doch mit der Zeit sank ihr Bedürfnis zum Gottesdienst zu gehen und sie zog sich aus der Mitarbeiterschaft zurück, ohne genau sagen zu können, warum. „Es bringt mir alles nichts mehr!“, antworte sie Gemeindegliedern, die nach dem Grund ihres Fernbleibens fragten. Auf die Frage, ob denn in ihrer Beziehung mit Jesus alles in Ordnung sei, antwortete sie entschieden: "Ja, ich erlebe ihn tief – alleine und wenn ich mit Freunden zusammen bin und ihn anbete. Da ist alles okay..“ Alle liebevollen Appelle, ihre Treue zu Jesus doch auch durch ihren Gottesdienstbesuch und Mitarbeit in der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen, fruchten nichts. (Soviel aus der LesBar)

Neulich war es wieder so weit. Man diskutiert über die Situation des Gottesdienstes am Sonntagmorgen.

Die Eine: "Die Jungen Leute sind halt nicht mehr da!"
Der Andere: "Auch die mittlere Generation kommt nur noch selten!"
Die Dritte wundert sich: "Aber unsere Predigt ist doch so gut!"

Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Die Gottesdienste am Sonntagmorgen "Vergreisen". Was ist zu tun?

Ich bin gespannt, wie es weitergeht, denn ich mag meine Kirche und den Gottesdienst, nur sehe ich die Gefahr dass wir bei unseren Diskussionen nur eine flache eindimensionale Sicht auf den Gottesdienst haben. Eine Gemeinde ist aber ein dreidimensonales Gebilde: "Ein Leib Christi". Der Gottesdienst ist nur ein wichtiger Teil davon.

Die Anglikanische Kirche hat die gleichen Diskussionen geführt, faszinierend dabei ist, dass sie aufgehört hat sich in dieser Negativspirale von "Früher war Alles besser" und "Bloss nichts verändern" zu drehen. Professor Michael Herbst (Uni Greifswald) hat in "Mission bringt Gemeinde in Form" diese positiven Entwicklungsschritte auch ins Deutsche übertragen.

Am 11. November ist Kirchenwahl, d.h. es werden Kirchengemeinderäte und Landessynodale gewählt. Mir ist es wichtig, dass hier Menschen Verantwortung übernehmen,

  • die die Realität der "Gabi-Generation" und der Postmoderne anerkennen
  • die Gemeinde als "Leib Christi" (lebendiger Organismus) und nicht als Organisation oder Politikfeld sehen
  • die Gemeinde nicht als "Kulturelement" sondern als integraler Bestandteil zur Gesellschaftstransformation verstehen
  • die im Blick auf Jesus sich dafür einsetzen, dass wir "missionale Gemeinde" sind/werden
  • deren größtes Anliegen es ist, dass Menschen aller Generationen zu einem lebendigen Glauben an Jesus gelangen und in einer echten Gemeinschaft leben
  • für die der ZeitGeist eine Herausforderung an ihren persönlichen Glauben darstellt.

Montag, 17. September 2007

Sonntagspredigt - Löwenzahnglaube

Ich wünschte mir so sehr, dass mein Glaube stark und mächtig wär...

So oder so ähnlich reimen wahrscheinlich viele von uns.
Am Sonntag wurde mir im Gottesdienst eine etwas andere Art des Glaubens vorgestellt.

Der Löwenzahnglaube (von mir frei nach Luk. 17, 5+6):
Unweigerlich ist mir bei der Predigt über das Senfkorn die Sendung "Löwenzahn" eingefallen. Der Vorspann zeigt in gewaltiger Weise, was Jesus meinte als er sagte "Hättet ihr nur den Glauben eines Senfkorns"

Ganze Städte werden verändert. Menschen und Situationen, die scheinbar unumstößlich fest verwurzelt sind in festgefahrene, haßerfüllte und zerstörende Bedingungen können durch die explosive Kraft des Evangeliums und der Hingabe an Jesus verändert werden.

Die Jünger fragen bei Jesus nach einem "Doping-Mittel des Glauben" (schneller Power, tolle Events und viel Glaubenskraft auf Vorrat tanken), Jesus gab ihnen den Weg des fortwährenden Bleibens an seiner Quelle.

Stell dir vor, was passiert, wenn wir den Glauben eines Löwenzahn-Samens hätten. Wie würde sich deine Stadt wohl verändern ?

Sonntag, 16. September 2007

CVJMer in Berlin

Zur Zeit wird viel über neue Wege der Jugendarbeit diskutiert... das Beste ist, dass viele Junge Leute sich nicht an dieser Diskussion von Funktionären, Kirchenleuten, Politikern, ect. beteiligen sondern einfach ganz natürlich "von unten" etwas durchziehen...

Bestes Beispiel: "Jugend hilft!" wo sich wieder über 18 000 Jugendliche und Kinder beteiligt haben. Genial dabei ist, dass 3 der 10 Siegerteams aus dem Ermstal stammen. Das Genialste ist, dass ein Siegerteam vom CVJM Dettingen ist.

Es war gigantisch für die Jungs, was sie in Berlin erlebt haben. Mehr dazu gibt es hier...
Wenn du mich fragst, was ein Modell der Jugendarbeit für die Zukunft sein könnte, dann würde ich sofort sagen: "Wasserkraft für Rumänien". Warum?

Weil intellektuelles planerisches Arbeiten mit handwerklichem Arbeiten zusammen kommt, Projektmangement und andere für die Industrie notwendige Fähigkeiten werden eingeübt. Das Ganze findet eingebettet in einem vom Glauben geprägten Umfeld statt, so erleben die Jugendlichen gerade bei der Arbeit in Rumänien was es heißt Nächstenliebe zu praktizieren. Durch entsprechende Bibelarbeiten und erlebnispädagogischen Schulungen wächst jeder Teilnehmer auch individuell in seinem Glauben an Jesus Christus.

Weitere Bilder und Infos:

Frau Köhler mit "unseren Jungs" im Hintergrund. Mehr gibt es hier...

(Foto: www.bundespraesident.de)

Freitag, 14. September 2007

Geweint vor Glück

Freitag abend! Ich zappen noch ein Bischen rum... und bleibe komischerweise auf SpiegelTV hängen:

Willkommen im Leben!
heißt die Doku. Es wird einfach nur über verschiedene Geburten und die Erlebnisse der Kinder, Eltern und des Klinikpersonals berichtet.

Ich weiss nicht warum, aber plötzlich haben mich die Szenen so gefesselt, erst vier Wochen ist es her, dass Mattis nun bei uns ist. Ein tolles Geschenk und ein wunderbares Erlebnis wurde wieder präsent!

Ich kann es nur mit Pur sagen, was dann passiert ist...

Donnerstag, 13. September 2007

Dettinger CVJMer im Schloss Bellevue

Liebe Rumänien-Jungs,
tolle News habe ich im Presseportal.de über euch gelesen.

Macht weiter so!"
Eva Luise Köhler empfängt Preisträger des JUGEND HILFT! Wettbewerbs

13.09.2007 Berlin (ots) - Eva Luise Köhler, die Frau des amtierenden Bundespräsidenten, empfing heute die Preisträger des diesjährigen
JUGEND HILFT! Wettbewerbs in Schloss Bellevue. In persönlichen Gesprächen diskutierten die zehn Gewinnerteams mit der Schirmherrin des Wettbewerbs über soziales Engagement von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und stellten ihre eigenen Projekte vor. Die offizielle Preisverleihung findet am Freitag, den 14. September 2007, im Rahmen der Auftaktveranstaltung zur Woche des Bürgerschaftlichen Engagements im TIPI Zelt am Bundeskanzleramt statt. Prominente Laudatoren wie Florian Henckel von Donnersmarck und Jan Josef Liefers zeichnen dabei die Jugendlichen für ihr soziales Engagement aus.

Nach aktuellen Studien engagieren sich rund 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen regelmäßig in Deutschland in ihrer Freizeit in sozialen Projekten, Schulen und Vereinen. Unter dem Motto "Der Hilfe auf die Sprünge helfen" fördert die Initiative JUGEND HILFT! dieses Engagement. Die zehn Gewinnerteams des diesjährigen Wettbewerbs wurden heute von Köhler zu einem persönlichen Gespräch in Schloss Bellevue eingeladen. Gemeinsam diskutierten sie mit Köhler über gesellschaftliche Herausforderungen, soziales Engagement von Kindern und Jugendlichen und stellten ihre eigenen Projekte vor.

JUGEND HILFT! Schirmherrin Köhler hob in ihrer Begrüßungsrede besonders die Eigeninitiative und das Problembewusstsein der Jugendlichen hervor: " Mit Phantasie und Tatkraft greift ihr die Probleme aus eurem Umfeld auf und löst diese unbürokratisch und schnell. Ihr zeigt, dass die Jugend in Deutschland bereit und in der Lage ist, Verantwortung für sich selbst und ihre Mitmenschen zu übernehmen. Macht weiter so!"

Im Anschluss an die Veranstaltung betonte Florian Langenscheidt, Initiator von JUGEND HILFT!, das Einzigartige der Siegerprojekte: "Das Besondere und Bewundernswerte an unseren Preisträgern ist, dass sie mit Herz und Hirn helfen! Dabei wollen wir sie unterstützen und mit dem JUGEND HILFT! Fonds finanziell unterstützen."

Die Siegerteams werden am Freitag, den 14. September, im Rahmen der Auftaktveranstaltung zur Woche des Bürgerschaftlichen Engagements im TIPI Zelt am Bundeskanzleramt in Berlin für ihr soziales Engagement geehrt. Die Preisverleihung übernehmen prominente Laudatoren wie der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, der Schauspieler Jan Josef Liefers, die Comedians Stefan und Erkan, Culcha Candela, der Verleger Florian Langenscheidt und Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur "Die Zeit".

Die zehn Gewinnerprojekte 2007 sind: "Wasserkraft aus Rumänien" des CVJM Dettingen, "Begegnung der Generationen" des Hermann-Staudinger-Gymnasiums aus Erlenbach, das "Projekt Schulgestaltung" des Gymnasiums Neckartenzlingen, die Brasilien AG des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Metzingen, "Schüler für Schüler"
aus Grassau, das kriminal-pädagogische Projekt "Kehrtwende" aus Kehl, eine Sammelaktion für Not leidende Familien in Würzburg, die Freiberger Schülerfirma sowie die Projekte "Freudentanz" aus München und "Sch'ool" aus Weil am Rhein.

Seit 1999 fördert JUGEND HILFT! soziales Engagement von Kindern und Jugendlichen. Der Wettbewerb zeichnet unter Schirmherrschaft von Eva Luise Köhler jährlich zehn heraus-ragende Projekte aus. Durch den JUGEND HILFT! Fonds können soziale Projekte von Kindern und Jugendlichen finanzielle Unterstützung von bis zu 2.500 Euro jährlich beantragen.

Organisiert und veranstaltet wird JUGEND HILFT! von der Kinderhilfsorganisation Children for a better World e.V. Diese wurde 1994 von Verleger Florian Langenscheidt gemeinsam mit 31 Gründungsmitgliedern aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Medien ins Leben gerufen. Seit zwölf Jahren setzen sie sich zusammen mit Kindern für Kinder in Not ein. Gefördert wird JUGEND HILFT! durch den Red Nose Day und die IKEA Stiftung.

Mittwoch, 12. September 2007

Alles eine Frage der Perspektive!

Ein junges Mädchen schreibt an ihre Eltern:

Liebe Mama, lieber Papa!

Ich habe Euch so viel zu erzählen. Nach dem verheerenden Brand im Internat mußte ich wegen Schädigungen an der Lunge einige Tage ins Krankenhaus. Hier habe ich mich in einen der Pfleger verliebt und nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, sind wir zusammengezogen.

Als ich herausfand, dass ich schwanger bin, habe ich die Schule beendet und er hat leider seinen Job verloren - wegen der Trinkerei! Wir werden demnächst nach Bayern ziehen und wenn das Kind geboren ist, wohl auch heiraten!

Eure Euch liebende Tochter!

PS: Nichts von dem gerade Geschriebenen ist wirklich passiert! Aber ich bin in Chemie durchgefallen und wollte, dass Ihr die Sache aus der richtigen Perspektive betrachtet!


(aus WillowNews 07-2007)

Dienstag, 11. September 2007

Neu verliebt!

Habe ich dir schon erzählt, dass ich mich neu verliebt habe?
Ja du hast richtig gelesen - ich bin über beide Ohren neu verliebt. Aber keine Angst Beate soll darunter nicht leiden...

Ich habe mich neu verliebt in meine Kirche - zumindest in meine Ortsgemeinde.
Ich staune wieder (die mich kennen, die wissen, dass das nicht immer so war) über die Chancen und Möglichkeiten die wir hier am Ort als "Volkskirche" haben.
  • Es ist doch einfach genial, dass unsere Kinder mit ihren Lehrern heute geschlossen bei "Schulanfangsgottesdienst" waren. Jesus mit Liedern gefeiert haben, auf die Geschichte von Daniel gehört haben und für das Gelingen der Schule gebetet haben.
  • Es ist doch einfach wunderbar, dass meine Tochter ganz selbstverständlich im Kindergarten Geschichten aus der Bibel hört
  • Es ist doch toll, dass man als CVJM eingeladen ist, um bei den örtlichen Vereinaktivitäten Präsenz zu zeigen
  • Mich fasziniert, dass bei uns Sonntag für Sonntag an mehreren Stellen Gottesdienst angeboten wird
  • usw.
Wenn wir unser Dorf mit der restlichen Welt vergleichen, dann haben wir hier phantastische Bedingungen, um auf ganz natürliche Weise ein Zeugnis für den lebendigen Gott zu sein.

Übrigens. Ich hab die "rosarote Brille" auf!

Und deshalb stresst es mich gerade wenig, wenn das jüngste Lied im Gottesdienst aus dem 16. Jahrhundert stammt, wenn wieder die Tradionalisten ihre Wichtigkeiten verbreiten oder wenn an manchen Stellen eine offene missionarische Gemeinde- und Jugendarbeit als störend empfunden wird.

Es kommt auf das einzelne persönliche Fundament und die persönlich gelebte Glaubensbeziehung an, damit sich Gemeinde auch an die Herausforderungen der Postmoderne anpasst und dabei ihr biblische Definition als "Ein Leib mit vielen Gliedern" immer wieder neu entdeckt.

Frage:
Was kannst du dazu beitragen, dass der "Organismus Gemeinde" fit bleibt und an manchen Stellen wird?

Montag, 10. September 2007

Jakob neu entdeckt - Sonntagspredigt

Sonntag Morgen! 9:30 Uhr! Gottesdienst! Alte Gesangbuchlieder! Müdigkeit! ....

Doch plötzlich bei der Predigt (Danke Esther) habe ich einen Mann entdeckt:
  • ein Gesegneter
  • ein Schitzohr
  • ein Macher
  • ein Betrüber
  • ein Betrogener
  • ein Entdecker
  • ein Sieger
  • ein Kämpfer
  • ein "wilder Mann"
Ich will hier im 1. Buch Mose nochmal die Fährte von Jakob aufnehmen, denn ich glaube er erlebte Dinge, die auch viele von uns Männern des 21. Jahrhundert bestens bekannt sind.

Ich will euch an meinen Entdeckungen teilhaben lassen - schaut einfach wieder rein.

Freitag, 7. September 2007

Ruhe?!

Sodele! (wie der Schwabe sagt)
Jetzt ist die Ferienzeit (fast) vorbei und ich habe nun 2 Wochen Urlaub. Erholungsurlaub wird das mit Sicherheit nicht. Eher ein Aktiv- und Erlebnisurlaub, oder einfach eine Einstimmung auf meine Elternzeit, die ab Oktober beginnt.
Aber einen guten Espresso
werde ich mir schon immer
wieder gegönnen (Foto: Pixelio.de)


Das Thema Spiritualität ist finde ich gerade extrem spannend. Wie findet man Ruhe und Zeit zur Gottesbegegnung im normalen und gut gefüllten Alltag? Ich habe heute bei der Zugfahrt ein paar gute Zeilen bei Ian Thomas entdeckt:

"Nimm einmal an, du gräbst ein Loch und ich sage, ich werde dir eine Pause verschaffen. Wie würde ich das anstellen? ...

Hier folgen jetzt viele gut gemeinte Ratschläge...

Es gibt offensichtlich nur einen Weg: Du musst herauskommen und mich hineinlassen. Du musst den Spaten fallen lassen un in mir überlassen. Du musst dieses Loch im Boden räumen, damit ich es besetzen kann.
Auf diese Weise will der Herr Jesus dir und mir Ruhe schenken. "Kommt alle her zu mir", sagt er, "die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken (Matthäus 11,28). Das ist sein Angebot. Er sagt uns damit: "Komm heraus und lass mich hinein.
....

Das geschieht, wenn du Christus beim Wort nimmst, wenn du zu ihm kommst und sagst: "Herr Jesus, ich will die Art Ruhe, die nur du mir geben kannst". Du verabschiedest dich von dir selbst und heist ihn willkommen.
...

Was geschieht als Nächstes? Wenn du den Ort räumst, besetzt ihn der Herr tatsächlich, so unglaublich daas auch klingt. Er überrascht dich bis über deine kühnsten Träume hinaus. Dein Herz wird mit Freude erfüllt...

... Ian Thomas berichtet dann von verschiedenen Prüfungen, Aufgaben und Situationen ...

Zu deinem Erstaunen regelt er die Situation auf seine Weise und nach seinem Zeitplan hervorragend. Du hast gelernt im Glauben zu leben. Jede neue Erfahrung, dass er genügt, stärkt dein Vertrauen, während du mehr und mehr von seiner Gnade empfängst."
Ich will die nächsten zwei Wochen gespannt sein und mich auf das Experiment "Ruhe?!" von Ian Thomas einlassen. ...

Auch ihr könnt ja mitmachen und dann können wir in den Kommentaren berichten, was wir so erleben.

Was ist ein Huddle?

Es ging in unserem Team-Meeting um die Frage:
Wie können Mitarbeiter Spiritualität leben? Wie kann unsere Arbeit geistlich wachsen?

Ein Ansatz, den unser Gemeindediakon Markus aus Sheffield von der anglikanischen Kirche mitgebracht hat könnte das sog. "Huddle" (sprich "Haddl") sein. Dieser englische Begriff bezeichnet den Kreis aus Sportlern einer Mannschaft, die sich vor oder während des Spiels auf die gemeinsame Strategie einschwören.
D
abei handelt es sich um eine Art Kleingruppe auf Zeit, bei der aufbauend auf dem dreidimensionalen UP-IN-OUT Prinzip (entwickelt in der Gemeindegründungsbewegung der anglikanischen Kirche) ein gegenseitig angesprorntes ganzheitliches Wachstum ermöglicht wird. UP beschreibt die geistliche Dimension zum Vater, IN die Beziehungsdimension der Gruppe und OUT die öffentliche Wirkung in die Welt.

Spannender Input, an dem es sich lohnt weiter zu denken. Ich bin gespannt, was es hier noch alles zu entdecken gibt....

Ich glaube ich muss mal jetzt doch recht schnell meinen "Lesestau" (Amazon hat schon am Wochenende geliefert) abbauen. Auf mich warten dazu passende Bücher wie "Wie Mission Gemeinde in Form bringt" (Das Standardwerk "Mission shaped Church" von besagter Gemeinde in St. Thomas). Zu diesem Buch die passende Ergänzung (mit einer etwas anderen Blickrichtung) ist "Das 1x1 der Emgerging Church" und natürlich das schon erwähnte Buch von Dan.
Und dann wartet immer noch das postmoderne Jugendarbeitsbuch von Reinhold Krebs auf mich: "Aktivgruppen". Reinhold greift darin das UP-IN-OUT Prinzip aus Sheffield wieder auf und beschreibt ganzheitliche Ansätze kulturrelevanter Jugendarbeit.

Montag, 3. September 2007

Kirchenwahl - Beobachtung 1

Der Countdown läuft noch 69 Tage bis zur Wahl - so zeigt mir die extra erstellte Wahlseite meiner evangelischen Landeskirche an. Und dann geht es los mit dem Wahlspektakel, dass wir sonst nur von der Bundestagswahl kennen...

  • ... da gibt es auf der Seite ein "Kirchenwahl-Lied": So richtig schön mit Klaviersatz, Orgelsatz, ect.
  • ... eine Web 2.0 gemäße Gestaltung mit Blog oder Forum oder sonst einer Interaktion suche ich vergebens.
  • ... dann strahlt mich Miss Baden-Württemberg an und flüstert mir zu: "Gewählt werden oder selbst wählen, beides tut gut". Frage: Ich darf doch auch wählen, wenn ich gewählt werde, oder?
  • ... mit Mundfunk soll die frohe Kunde auch noch gesendet werden
  • ... ach ja ein bischen "Jeder darf Web" habe ich dann auch noch im "Internet-Gemeindebaukasten" gefunden. Gleich mit angeschlossenem Shop.
  • ... und dann habe ich da noch ein sexy Tattoo gefunden - das Gesicht der jungen Dame beim Gedanken an ihren Sonntagmorgengottesdienst hätte mich mehr interessiert
Eigentlich habe ich nach diesen Effekten gar nicht gesucht!
Ich wollte wissen, warum ich wählen soll. Was hat die Gesellschaft von dieser Wahl?
Oder wenigstens: Was hat die evangelische Gesellschaft in Württemberg von dieser Wahl?

Ich werde es entdecken - ganz bestimmt! Und: Ich werde es auch noch verstehen, was hinter diesen schönen Sätzen auf diesen schönen Plakaten, Internetseiten, Zeitschriften, .... steckt. Ganz bestimmt, denn ich kenn schliesslich einen Synodalen ganz persönlich!

Ich werde auch noch bei den einzelnen Parteien - sorry "Gesprächskreisen" vorbeischauen. Ganz bestimmt!

p.s. Versprochen, mein nächster Post zur Kirchenwahl wird ernsthafter und tiefgründiger, denn ich mag meine Kirche wirklich.

Wie lebst du deine Spiritualität?

Kennst du das auch: Da gibt es die "Highlight-Zeiten", man hat so richtig Lust zum in der Bibel zu forschen und entdeckt viele neue Dinge. Voller Interesse verfolge ich ein Thema, komme dann mit Mitchristen ins Gespräch und erlebe ganz intensive Zeiten des Gebets.... und dann gibt es wieder Zeiten, da ist alles so unendlich mühsam, Zweifel, Müdigkeit und Ablenkung bestimmen den Start in den Tag, den Tagesablauf und das Ausklingen des Tages.

Ich für mich brauche immer wieder Anstöße zur Stille, Anstöße, die mir helfen meine Geschäftigkeit zu stoppen und mich in die Gegenwart Gottes zu begeben. Mir helfen dabei:
  • Einkehrwanderungen mit Gebet und Bibel
  • Lobpreis-Gottesdienste
  • Geistlich herausfordernde Bücher (mit vielen Bibelstellen, die ich nachschlagen kann)
  • Die Psalmen (Gebete ohne selbst formulieren zu müssen)
  • Gemeinsame Abende mit meiner Frau voller Lobpreis, Gebet und Gespräch (ich glaube das schlage ich jetzt gleich noch vor)
Übrigens: Tobias Faix hat mir heute den Anstoss gegeben, dass ich über meine Spiritualität nachdenke. Danke Toby!

Er hat eine tolle Umfrage auf seinem Blog, an der du unbedingt teilnehmen solltest!

Sonntag, 2. September 2007

Krankheit - Sonntagspredigt 2

Mir hängt immer noch die Predigt von letzten Sonntag nach.
Ein Gedanke zum Text aus Johannes 1 war: Menschen zuerst als Menschen sehen.

Im weiteren Verlauf der Abschnitts wird über Krankheit (hier Blindheit) gesprochen. Dabei wurde mir noch nie so deutlich, welche Ausprägungen von Krankheit es haben kann:

  1. Krankheit durch Sünde
    Jesus sagt hier klar: "bei diesem Fall ist dies nicht die Ursache", aber die Bibel stellt schon einen Zusammenhang her. Sündhafte Lebensgestaltung, man denke z.B. an unverantwortlicher Umgang mit Drogen, Alkohol oder auch andere negative Lebensumstände führen oft und unmittelbar zu Krankheit. Aber nicht nur im körperlichen, sondern gerade auch im seelischen Bereich hat eine von Gott losgelöste Lebensgestaltung manchmal direkte Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

  2. Krankheit zu Glaubenstärkung
    Die Bibel kennt Beispiele (z.B. Hiob) in denen Gott Menschen ein Leiden oder eine Krankheit zumutet, um dadurch eine Bewährung ihres Glaubens zu bewirken. In der Situation selbst ist es für den Gläubigen dabei manchmal unverständlich, aber im Rückblick stellt er dann fest, dass gerade diese Zeit ihn im Glauben weitergebracht hat. Mir fällt da z.B. die Krankheit von Jani ein. Die Ärzte tippten auf "Hyper IGD-Syntrom". Wir erlebten damals, wie hilfreich und ermutigend das Gebet (vorallem der Freunde) sein kann. Wie wir neu der Gegenwart Gottes bewusst wurden.

  3. Krankheit einfach so
    Wir müssen manchmal einfach auch der Tatsache ins Auge sehen, dass wir in einer Welt ausserhalb des Paradieses leben. In dieser Umgebung gehört Krankheit einfach zum Menschsein. Es gibt keine Erklärung, warum jemand jetzt so schlimm erkrankt. Seine Lebensgestaltung ist vorbildlich, die Ärzte können keinen Grund für diese Erkrankung nennen. Wir werden krank, weil dies zum Menschsein einfach dazu gehört.

  4. Krankheit für Gottes Wunder
    Glauben wir in unserer heutigen Zeit noch an Wunder? Jesus hat oft Wunder getan. Seine Jünger haben oft Wunder getan. Jesus hat seinen Nachfolgern verheissen, dass sie Wunder tun können. Wir in unserer westlichen Welt mit den vielen wunderbaren Möglichkeiten der Medizin können diese Errungenschaften der Wissenschaft ganz ausschöpfen, aber darüber hinaus ist es Gott auch heute noch möglich Wunder zu tun. Wir sind aufgerufen um Heilung zu beten. Wir haben die Verheissung, das Glaubensgeschwister für Heilung über einem Kranken beten und wir können auch wieder alte Bräuche wie die Ölung von Kranken (siehe Jakobus 5) praktizieren.
Mich hat diese Predigt die ganze Woche begleitet. Ich weiss nicht warum, aber der Gedanke dass Krankheit mehr ist, als nur eine Störung des Normalzustandes (was ist schon normal) ist mir deutlich geworden. Ich glaube ein Gemeinde wächst dann, wenn
  • die Not von Krankheit wieder ernst genommen wird und eingebunden ist in das alltägliche Gemeindeleben.
  • wir wieder sensibel werden für die eigne körperliche und seelische Gesundheit.
  • wir an den Leiden unserer Mitchristen mitleiden, denn schliesslich sind wir als Gemeinde "ein Körper".
  • wenn wir die Verheissungen, des Gebets, des Krankenbesuchs und des Wunders in unseren Umgang mit Krankheit einbeziehen.
Jakobus 5 fasst alles schön zusammen:

Gebet für die Kranken
13 Leidet jemand unter euch? Dann soll er beten! Wem es aber gutgeht und wer Grund zur Freude hat, der soll Gott Loblieder singen. 14 Wenn jemand von euch krank ist, soll er die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen, damit sie für ihn beten, ihn im Namen des Herrn segnen und ihn mit Öl salben. 15 Wenn sie im festen Vertrauen beten, wird Gott den Kranken heilen. Er wird ihn aufrichten und ihm vergeben, wenn er gesündigt hat. 16 Darum sollt ihr einander eure Sünden bekennen und füreinander beten, damit ihr geheilt werdet. Denn das Gebet eines Menschen, der unbeirrt glaubt,4 hat große Kraft. 17 Elia war ein Mensch wie wir, und doch erreichte er durch sein Gebet, daß es drei Jahre und sechs Monate nicht regnete. 18 Dann betete er um Regen. Da regnete es, und alles Land wurde grün und brachte wieder seine Früchte.5 19 Liebe Brüder! Wenn einer von euch vom rechten Weg abkommt und Gottes Wahrheit nicht mehr erkennt, dann sollt ihr ihn wieder auf den rechten Weg zurückbringen. 20 Ihr müßt nämlich wissen: Wer einen Sünder von seinem falschen Weg abbringt, der hat diesen Menschen vor dem sicheren Verderben gerettet, denn Gott hat ihm seine Sünden vergeben.