Als ich die Nachricht vom Rücktritt Münteferings im Radio gehört habe, dachte ich "Na der hat halt keine Lust mehr, sich mit Beck und Co. rumzuärgern". Ein Rücktritt mit toller Pension - wie schon so Viele!Als ich dann heute von der Krebserkrankung seiner Frau gehört habe, habe ich tiefen Respekt für seine Entscheidung empfunden. Um so mehr wundert es mich, dass "Münte" dabei ausdrücklich betonen musste, dass es "ausschliesslich private Gründe gebe" für den Rücktritt. Warum muss er das? Warum darf er nicht einfach sagen, dass es Wichtiges und Wichtigeres gibt?
Es scheint so, dass man sich in Deutschland dafür entschuldigen muss, dass Menschlichkeit, Ehe, Familie und andere nicht beruflichen Wichtigkeiten eine höhere Priorität haben als der berufliche Erfolg.
Aber das kennen wir ja auch in anderen Bereichen: Wie viele Frauen (und Männer) müssen sich dafür rechtfertigen, wenn sie statt Karriere sich zuerst um die kleinen Kinder kümmern, und dabei sogar noch Spass und Erfüllung empfinden. Die Diskussion, angestossen von Eva Herman, hat dies ja eindrucksvoll gezeigt.
Wie viele Menschen haben sich für die Karriere entschieden und sehen ihre Kinder nur noch wenn diese Schlafen oder am Wochenende? Jeder muss diese Entscheidungen selber treffen, aber was wir dringend in unserere so scheinbar toleranten Gesellschaft brauchen ist eine neue Toleranz für Lebenmodelle die dem Leben entsprechen, wie Gott es sich ausgedacht hat.
Ich wünsche Frau Müntefering und Herrn Müntefering ganz viel Kraft und Gottes Segen. Ich wünsche mir, dass es noch mehr Menschen gibt die für solche Prioritätsverteilung offen sind. (Foto: www.bundestag.de)
2 Kommentare:
Ging mir ganz ähnlich wie dir.
@ Simon: was mich halt bewegt ist, was es für Folgen hat, wenn sich eine Gesellschaft zunehmend weg von Dingen bewegt, die eigentlich selbstverständlich sind/waren?
Liebe Grüße in den Norden
Kommentar veröffentlichen