Ich dachte, es ist doch bestimmt interessant, wenn die Kandidaten auch das postmoderne Medium des Blogs kennenlernen und ich ihnen in loser Folge immer wieder eine Frage stelle. Die Kommentarfunktion ist für die Antwort und für die Diskussion mit anderen Bloglesern nutzbar.
Knut (Foto: pixelio.de) ist verantwortlicher Mitarbeiter im CVJM und in der Kirchengemeinde. Seid über 20 Jahren leitet er verschiedene Kreise. Knut ist 38 Jahre alt, verheiratet und hat 2 Kinder und trägt einen verantwortlichen Job in der Wirtschaft.Bei seinen verschiedensten Aufgaben in der Gemeinde und im CVJM muss er in Andachten, Seelsorge und Begeltung sehr viel geben, deshalb sucht er einen regelmäßigen Gottesdienst, in dem er durch eine klare Predigt UND zeitgemäßem Lobpreis UND gelebter Gemeinschaft auftanken kann. Er hat im Kirchenbezirk viele Angebote besucht, leider ohne Erfolg. Um nicht auszudorren geht er regelmäßig in einen nahgelegenen freikirchlichen Gottesdienst.
Frage 1 an die Synodal-Kandidaten:
Was wollen Sie für Menschen wie Knut in den nächsten 6 Jahren tun? (Kommentarfunktion siehe unten)
P.S:
Folgende fünf Kandidaten bewerben sich für den Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen für diese Aufgabe:
Dekan Harald Klingler (57 Jahre)Gesprächskreis: Lebendige Gemeinde
Pfarrer Matthias Krack (Jg. 1969) ,Arbeitsgemeinschaft: Kirche für Alle
Gesprächskreis: Evangelium und Kirche
Markus Munzinger (Jg. 1970)Gesprächskreis: Kirche für Morgen
Christoph Schüz (Jg. 1947),Arbeitsgemeinschaft: Kirche für Alle
Gesprächskreis: Evangelium und Kirche
Cornelia Zeifang (48 Jahre)Gesprächskreis: Lebendige Gemeinde
2 Kommentare:
Hallo,
uns von Kirche für morgen bewegt diese Frage seit unserer Gründung.
"Wie können Menschen in der Kirche Heimat finden?"
In der Statistik für den Besuch der Gottesdienste von 2005 wird erwähnt das 4,58% der Evang. Gemeindeglieder den Gottesdienst am Zählsonntag besuchten. Bei fallender Tendenz. (Quelle: Amt für Information).
Kirche für morgen hat eine eigene Zählung bei 123 Gottesdiensten gemacht: die Fakten sprechen für sich: der Hauptgottesdienst überaltert. Alternative Gottesdienstformen erreichen Jugendliche, junge Erwachsene und Familien. Quelle: http://www.kirchefuermorgen.de/modx/assets/files/publikationen/Zaehlung%20Gesamtblatt.pdf
weitere Fakten:
- die Gottesdienstzeit wurde auf 9.30 Uhr oder 10.00 Uhr festgelegt wegen der Melkzeiten der Bauern, bei uns in Dettingen melken von über 9.500 Einwohnern noch zwei.
- 5% der Bevölkerung lieben Orgelmusik, aber nahezu 95% der Lieder wird mit der Orgel begleitet
- viele Jugendliche, junge Erwachsene sind Sonntagsmorgens mit ihren Vereinen zu Spielen unterwegs, aber der Hauptgottesdienst ist genau zu dieser Zeit ("aber der Hauptgottesdienst ist ja für ALLE da." diese Behauptung stimmt zwar als theoretische Möglichkeit aber in der Realität wird sich dies kaum mehr leben lassen.
- viele Berufstätige arbeiten 14 tägig Sonntags
All die genannten Gründe sprechen dafür andere Gottesdienstangebote und Gemeindeangebote zu machen.
Die anglikanische Kirche hat seit 20 Jahren Erfahrung mit der Gründung von Gemeinden. Sie wendet sich mit ihren Gründungen an Beziehungsnetzwerke in denen die Menschen sowieso leben. Davon müsste die Evang. Landeskirche in Württemberg meiner Meinung nach lernen. So könnte "Knut" eine Heimat in unserer Landeskirche finden.
noch eine Erfahrung einer Gemeindegründung aus Karlsruhe(http://www.icf-karlsruhe.de/):
- ca. 1/2 der Gemeindeglieder suchten eine Gemeinde aber fühlten sich nirgendwo wohl
- ca. 1/2 der Gemeindeglieder kam dort zum Glauben an Christus
Schade, dass diese Gemeinde nicht zur Evang. Landeskirche in Baden gehört - meine ich.
Markus Munzinger
Hallo,
noch etwas zu ICF Karlsruhe. Diese Gemeinde entstand aus einer missionarischen Arbeit eines CVJM-Sektretärs. Als dann die Gemeinde entstand wollte sie die Badische Kirche (Bischof Fischer) nicht in ihren Reihen haben. Leider meine ich, denn so hätte diese Gemeinde mit ihrem Profil die Angebotspalette an Gemeinden innerhalb der Landeskirche erweitert. Gruß Markus
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